Louis Markos ist Professor für englische Literatur an der Houston Baptist University und evangelikaler Christ. Markos

Ein Fachgebiet ist der Autor C.S. Lewis, der nicht nur als Schöpfer der Fantasyserie „Die Chroniken von Narnia“ (der Fan des Genres greift aus qualitativen Gründen eher zu Tolkien als zu Lewis) bekannt ist, sondern auch als profilierter christlicher Apologet. Besonders Lewis Werk „Mere Christianity“ findet bei Evangelikalen weltweit große Beachtung und wird von vielen als der Zugang zum christlichen Glauben schlechthin angsehen (hier sollte angemerkt werden, dass ‘Mere Christianity’ eher dazu gedacht ist, Christen unterschiedlicher Konfessionen zu einen. Auf Ungläubige wirkt Lewis Argumentation so umwerfend und überzeugend wie die des nächst besten Predigers).

Markos Meinung nach stellten die Vordenker der Moderne – Freud, Marx, Darwin, Nietzsche – den Logozentrismus der Vormoderne auf den Kopf: Nicht mehr das Bewusste “Normale”, sondern das Unbewusste, “Neurotische” stehe nun im Vordergrund (Freud); nicht mehr die spirituelle Abstammung des Menschen von Gott, sondern die physische Entwicklung vom Tier zum Menschen (Darwin); nicht mehr der freie Wille, sondern das ökonomische Diktat (Marx).

I would argue that the myth of evolution is a vital to mankind als the acient theories of creation are central to logocentrists. And let’s admit it: creation and evolution are both myths. It takes just as much faith to believe in either one. We cannot prove either one of them. […] Myths are important; we found our cultures on them. If logocentrism is founded on the myth of creation, the modernist paradigm is founded on the myth of evolution

Markos, L. From Plato to Post-modernism: Understanding the Essence of Literature and the Role of the Author, TTC Course No.295

Markos unternimmt nicht einmal den Versuch, herauszufinden, was die unterschiedenlichen Standpunkte aussagen, auf welche Belege sie sich berufen. Seiner Ansicht nach stehen die Narrative Evolution und Schöpfung auf der gleichen Ebene. Das legt widerum nahe, dass Markos die Werke Darwins gar nicht gelesen hat, denn gerade „Origin of Species“ strotzt von Beschreibungen diverser Experimente, Beobachtungen und möglichen Interpretationen. Der erkenntnistheoretische Unterschied zu jeglicher anderen literarischen Gattung ist enorm. Markos stellt die politischen und soziologischen Implikationen der Arbeiten Darwins in den Vordergrund und missachtet die durch Beobachtung erhaltenen Daten als „soziales Konstrukt“ und kaum mehr.

Evolution is one of the most fundamental building blocks of the modern world. It is, in fact, the founding myth of modernism: as necessary as the creation story is to the traditional Western Judeo-Christian metaphysic . But, of course, to say that evolution is both useful and central to modern thought is not to say that it is true. Both the Ptolemaic/Aristotelian conception of the geocentric universe and the theory of the four humors on which so much of classical and medieval cosmology and medicine were based have been shown finally to be false.

What I will not accept in my students (what no true liberal arts professor should accept) is the uncritical embracing of a system of thought that is as reliant upon a priori assumptions as Christianity. That is to say, a student may accept evolution (Darwin), materialism (Marx), and the deterministic nature of the unconscious (Freud), as long as he realizes that such beliefs are assumptions, and that they are just as much the basis of deduction as the traditional beliefs in creation, the supernatural, and the existence of the soul.

http://fc.hbu.edu/~lmarkos/RealGalileo

Markos erklärt uns, dass Evolution oder die Tiefenpsychologie auf derselben epistemischen Ebene stünden wie der Glaube an die Schöpfung oder die unsterbliche Seele. Der Umstand, dass sie nützlich seien, habe nichts mir ihrer Wahrheit zu tun (das zentrale Dogma des Postmodernismus).

Mit dem Wissen um Evolution können wir allerdings medizinische Therapien entwickeln, die Leben retten (z.B. Antibiotika gegen resistente Bakterien oder die jährliche Impfung gegen Influenza), sprich Nützlichkeit ist notwendigerweise mit einer Wahrheit verbunden, und sei es nur ‚Wahrheit‘ im Bezug auf das Leben als biologischer Prozess.

Markos kümmert das wenig, er hat seinen Glauben mit seinem professionellen Wissen geeint und ist damit zufrieden; seine Religion verlangt von seinem Wissen allerdings Zugeständnisse, die im akademischen Umfeld schwer zu rechtfertigen sind. Durch bewussten Missinterpretationen bringt Markos seine Arbeit mit seinem Bibelglauben ins Reine.

As an English Professor at a Christian university and a lecturer on C. S. Lewis, I often speak on worldview issues and on the differences between the modern/postmodern paradigm and the traditional paradigm of pre-Enlightenment Christian Europe. Quite often my work takes me into the fray of the creation/evolution debate, a topic which I consider key to the worldview battles going on in the media, in our schools, and in the academy. As such, I have been an avid reader of the writings of such Intelligent Design theorists as Philip E. Johnson. I have worked hard to understand Genesis 1 in a way that will hold true to the authority of scripture and the discoveries of modern science

http://www.ageoftheuniverse.com/endorse.htm

Diese mittelalterliche Weltsicht, dass Wissenschaft wahr ist, solange sie die Autorität der Bibel nicht verletzt, kann Markos nur in einem Umfeld vertreten, dass entweder Wissenschaft nicht versteht oder dem Wissenschaft gleichgültig ist.

Dass diese Einstellung manchmal auch Surreales hervorbringt, muss nicht extra erwähnt werden: In seiner Diskussion über Strukturalismus und der Entstehung der Sprache stößt Markos an das Problem, dass eine Ursprache der Menschheit („Die Sprache Adams“) unmöglich scheint. Markos abstrakte, aber bibeltreue Lösung: Die Babylonische Sprachverwirrung. Gott strafte die Turmbauer zu Babylon durch die differenzielle Vergabe von Sprachen; die Menschen, die vorher allesamt dieselbe Sprache sprachen verstanden nun einander nicht mehr.

 

 

Die anderen Teile der Serie:

Die unerträgliche Leichtigkeit des Erkennens, Part 1

Die unerträgliche Leichtigkeit des Erkennens, Part 2

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