Ilmar Tessmann is back! Aber beginnen wir mit einer kleinen Rückblende. Die ASFINAG, das hat sich auch dank eines Wikipedia-Artikels ein wenig herumgesprochen, schickte jahrelang Wünschelrutengeher aus, um “unerklärliche” Unfallhäufungspunkte auf Österreichs Autobahnen zu “entstören”. Wir haben auf diesen Beitrag der Autobahngesellschaft zur Volksverblödung letztes Jahr bereits hingewiesen und ihm ein wenig Aufmerksamkeit gewidmet, etwa hier oder hier.
Bekanntlich wurde der gesamte ASFINAG Vorstand im Vorjahr unter medialem Getöse in den Ruhestand verabschiedet. Nicht wegen seines Einsatzes zur Förderung des Aberglaubens mittels Mautgebühren, sondern weil eben wieder einmal eine routinemäßige parteipolitische Umfärbung fällig war. Der neue Vorstand, so wurde mir zugetragen, will mit der peinlichen Pendlerei nichts zu tun haben und hat diese beendet. Die Seite, auf der die ASFINAG ihre “esoterischen Maßnahmen” erläutert, steht allerdings immer noch im Netz.
Um die beiden ehemaligen Pendelprofis der ASFINAG müssen wir uns keine Sorgen machen. Gerhard Pirchl ist sicher noch lange mit der Erforschung seines Raetiastein-GPS beschäftigt, und Ilmar Tessmann, so entnahmen wir letzte Woche den Niederösterreichischen Nachrichten, pendelt wieder. Diesmal sind es gefährliche Bahnübergänge, auf denen er die Erdstrahlen verscheucht. Wie immer hat er böse Störfelder gemutet, schlimmer noch: “Störfeldkreuzungen”. Und natürlich stehen auch diese unnötigen Handymasten in der Gegend rum, die bekanntlich Erdstrahlen verstärken. Tessmann legt Wert darauf, dass er mit seiner Tätigkeit offiziell beauftragt wurde - und zwar von der niederösterreichischen Landesregierung.
In Vorwahlzeiten tut eben auch die Landesregierung von NÖ was sie kann, um das gesteigerte Bedürfnis ihrer Untertanen nach Sicherheit einerseits und nach esoterischem Voodoo andererseits zu befriedigen. Wie schön, wenn das gleich in einem Aufwasch gelingt.

4 comments
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Sonntag, 2 März, 2008 um 13:47
Dr. E. Berndt
Dazu ein Gleichnis:
Ein farbenblinder Kunde betritt eine Farbenhandlung und verlangt grünes Pigment. Der Verkäufer öffnet eine Schublade, wo verschiedenfärbige Pigmente in Schüttfächern zum Abfüllen gelagert sind. Die rohen Pigmente präsentieren sich aber als mehr oder weniger farblose bis graue Pulver. Man sieht ihnen die Farbe noch nicht an, denn erst nach der Verarbeitung entwickeln sich die endgültige Farbe und Leuchtkraft. Der Verkäufer will nun mit einem Löffel grünes Pigment abfüllen. Der Farbenblinde deutet nun aber auf ein Fach mit violettem Pigment und will dieses haben. Der Verkäufer, der nicht weiß, dass der Kunde farbenblind ist, erklärt nun dem Kunden, dass dieses ein violettes Pigment ist und kein grünes. Nun tippt der Kunde mit dem Finger in das Pulver und belehrt den Verkäufer, dass eben dieses Pulver das richtige und das grüne ist.
Der erstaunte Verkäufer überprüft nochmals die Etiketten mit einem Blick, vergewissert sich per Augenschein, dass er sich nicht täuscht und der Kunde nicht auf das verlangte grüne Pigment, von dem er weiß, wie es unverarbeitet aussieht, sondern tatsächlich auf ein violettes Pigment zeigt und eben dieses zu kaufen wünscht, und versucht noch einmal die Sache mit den Worten „Bitte das ist aber violettes Pigment“ richtig zu stellen. Darauf hin antwortet der Farbenblinde, dass er es ganz genau spürt, dass dieses Pigment sein gewünschtes grünes Pigment ist. Leicht verzweifelt fragt und der Verkäufer den Kunden, wie er zu dieser Ansicht komme. Ganz einfach, antwortet der Kunde, ich spüre die Farbe mit meinem Finger und wenn sie mir dieses Pigment nicht als Grün verkaufen wollen, so muss ich halt in eine andere Farbenhandlung gehen. Gerne verkaufe ich ihnen dieses Pigment, aber ich möchte sie nochmals darauf hinweisen, dass es sich hier in Wirklichkeit um ein violettes Pigment handelt. Mag sein, sagt nun der Käufer, aber das ist ihre Meinung, ich bin geprüfter Farbtaster und ich werde wohl noch behaupten dürfen, was ich spüre oder nicht.
So wie hier geschildert, spielt es sich täglich ab, nur mit einem wesentlichen Unterschied. Es viele Farbenblinde, auf beiden Seiten und so lange es ein Geschäft ist, ist alles o.k.
Donnerstag, 6 März, 2008 um 14:30
Dr. E. Berndt
Nicht nur Unfälle, auch Medikamente können erpendelt werden!
Der Pendel und der naturwissenschaftliche Apotheker im Nachtdienst!
Ein Apotheker wird im Nachtdienst von der Nachbarapotheke angerufen und gefragt, ob ein bestimmtes Antibiotikum vorrätig sei. Da die Nachbarapotheke doch nicht gleich um die Ecke liegt und das gewünschte Antibiotikum im vorliegendem Fall von mehreren Firmen in gleicher Stärke und Stückzahl und zum gleichen Preis am Markt ist, fragt der angerufene Apotheker den Kollegen, warum er doch nicht das gewünschte Präparat gegen ein identisches Präparat austauscht, um dem Nachtdienstkunden ausnahmsweise einen Weg zu ersparen?
Ja, sagte der anrufende Apotheker, ich habe zwar auch von diesem Antibiotikum, wie sie es sagen, Präparate in gleicher Stärke und Menge von verschiedenen Firmen auf Lager, aber es ist der Arzt persönlich vor der Apotheke, und der will partout nur dieses eine bestimmte Präparat. Natürlich dachte ich, dass es eigentlich kein Problem wäre, dem Arzt persönlich unter diesen Umständen einen “Firmenwechsel” vorzuschlagen, aber er beharrte auf seinem zuerst verordneten Fabrikat. Auf mein Nachfragen hin, warum er, was für mich völlig unverständlich war, diese Vorgangsweise ablehnt, wurde ich von ihm aufgeklärt, dass er die Antibiotika auf Wirksamkeit auspendelt.
Aber viele Apotheker und Apothekerinnen getrauen sich nicht mehr zu fragen, warum der Pendel bei ein und demselben Antibiotikum, welches in ein und derselben Produktion erzeugt wird und das in ein und derselben Firma konfektioniert wird, einmal positiv und einmal negativ schwingt, denn die neue Ökonomie zwingt sie schon lange, den Kakao, durch den sie gezogen werden, willig zu trinken. Das Business erfordert unbedingte Meinungsfreiheit, allerdings in einer etwas anderen Bedeutung, nämlich nicht Freiheit für sondern Freiheit von jeglicher Meinung.
Und so erübrigt sich darüber weiteres Nachdenken. Wahrscheinlich strahlen die unterschiedlichen Handelsnamen auf den Etiketten einmal positive und einmal negative Signale ab und dieses Problem werden die Designer mit einem neuen positiven Outfit für die Verpackung lösen.
Donnerstag, 20 März, 2008 um 22:29
Ein deutscher Apotheker
Herr Kollege, das mit dem Auspendeln der Antibiotika habe ich noch nicht erlebt, aber das Gleichnis mit den Farbenblinden passt.
Wenn man den Leuten aufzeigt, dass ein Schlankheitsmittel aus der Fernsehzeitung nur Betrug ist, sind sie dankbar.
Wenn man einem Globigen versucht, die Glaubulis madig zu machen, gilt man als intolerant und hat üble Nachrede zu ertragen.
Der Beruf des Apothekers verkommt und die Wahrheit hat keinen Wert. Die Leute glauben lieber der Cousine der Frisöse, der Hebamme, der Frauenzeitung, als dem Arzneimittelfachmann.
Man ist immer von diversen Idioten umgeben, aber nirgendwo sind sie so dreist, wie im medizinischen Bereich.
Freitag, 21 März, 2008 um 18:34
Dr. E. Berndt
Lieber Freund, bei uns in Österreich hat Herr Johann Grander für seine Wasseresoterik das Verdienstkreuz der Republik für Wissenschaft und Kunst erhalten!!
Und weil der Herr Jesus seinem Jünger Johann Grander die Technik verraten hat, plätschert auch im altehrwürdigen Stift Admont Granderwasser aus einem Trinkbrunnen. Mal sehen was stärker wirkt Granderwasser oder Weihwasser!!
Und wie auch sicher unsere germanischen Nachbarn bemerkt haben, ist die Junkscience und die Esoterik in die Ausbildung und Weiterbildung eingebrochen und etabliert sich immer mehr auch dort, wo man von Amtswegen und wissenschaftlicher Bildung her gesehen es nie vermuten würde.
Fortbildungsabend
Österreichische Apothekerkammer
Thema:
„Leben unter Hochspannung – die zweite Seite der Medaille!“ MEMON – Umwelttechnologie
Inhalt:
Die Beseitigung von negativen Umweltbelastungen, ein harmonisches Lebensumfeld als wichtige Grundlage für eine stabile Gesundheit. Körperliche Belastungen durch veränderte Lebensumstände. Alle Dinge haben zwei Seiten. So angenehm und fortschrittlich, teilweise sogar segensreich die technischen Entwicklungen der vergangenen Jahre auch waren, hat auch diese Medaille eine zweite, weniger erfreuliche Seite. Elektrosmog und Feinstaub, belastetes Wasser oder auch geopathogene Störzonen. Durch die Veränderungen in unserem Lebensumfeld wirken diese „Zivilisationsstörungen“ immer länger und intensiver auf uns ein. Die Natur und der menschliche Körper, einst perfekt an die herrschenden Bedingungen angepasst, werden durch die Zunahme dieser unnatürlichen Einflüsse immer stärker in Mitleidenschaft gezogen. Reine Energiearbeit reicht heute oft kaum noch aus. Polarität und Resonanz sind mitbestimmende Faktoren allen Lebens. Einfach und verständlich werden die Zusammenhänge aufgezeigt, die Probleme erläutert und Lösungsansätze präsentiert. Vortragend e/r Markus Kämpfer (Selbst. Unternehmensberater aus der Schweiz) Ausbildung zum Radiästhesisten und zum Dozenten für angewandte Kinesiologie. Lehrauftrag der Industrie und Handelskammer in Dresden für das Berufsbild «Fachwirt für Prävention und Umweltmanagement», bildet Fachberater für die Firma memon Umwelttechnologie GmbH in Rosenheim aus.
Wo und Wann Mittwoch, 23. April 2008, 19.30 Uhr (ab 18.30 Uhr Buffet)
Novotel Linz, Wankmüllerhofstraße 37
Dank den Firmen Pharmaagentur Pro und memon Umwelttechnologie GmbH ist die
Teilnahme kostenfrei. Das Buffet wird ebenfalls von diesen beiden Firmen gesponsert.
Und weiters aus dem Internet:
Markus Kämpfer leitet hauptberuflich den Vertrieb der Firma memon® und bildet die Fachberater für die Firma in Rosenheim aus.
Er hält regelmäßig Vorträge, unter anderen für die DGEIM - Deutsche Gesellschaft für Energetische und Informationsmedizin und der DAEMBE - Deutsche Akademie für Energiemedizin und Bioenergetik. Er stammt ursprünglich aus der Schweiz und lebt seit 15 Jahren in Deutschland. Nach der Ausbildung zum Radiästhesisten und zum Dozenten für angewandte Kinesiologie liegt sein Hauptgewicht heute im Bereich Schulung und Ausbildung. Feinstofflichkeit und energetisches Arbeiten bilden den Schwerpunkt seiner Lehrtätigkeit.
http://www.memononline.de/blume/index.php?master_precat=2