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nachträglicher Hinweis: Eine aktualisierte Version dieses Eintrags wurde heute, am 29. April 2008, beim Humanistischen Pressedienst (HPD) publiziert. Herr Dr. Rolf Froböse, um dessen Publikationen es in diesem Artikel geht, hat Herrn Dr. Carsten Frerk, den Agenturleiter des HPD, aufgefordert, den Artikel zu löschen, da er, Froböse, “von einer mit den Methoden einer Psychosekte operierenden Gruppe von „Skeptikern“ regelrecht angepöbelt und mit Schmähungen bedachtwerde. Mündlich folgte seitens Froböse eine Androhung rechtlicher Schritte durch den Axel-Springer Verlag, falls der link zur WELT nicht entfernt werden sollte.

Seit mehr als zwei Wochen schwirrt es nun durchs WWW und lässt die Esoterikforen in kollektiven Jubel ausbrechen:

Quantenphysiker behaupten: “Es gibt ein Jenseits.”

So fing es auf der Readers Edition an. Im Internet mutiert das dann zuerst zu Quantenphysiker sind dem Jenseits auf der Spur und schließlich sogar zu Quantenphysiker entdecken die Existenz des Jenseits.

Endlich ist also auch der theologische Durchbruch gelungen. Die Quantenphysik hat ja in den letzten Jahren bekanntlich bewiesen, dass die Homöopathie wirkt, dass Alufolie gegen Elektrophobie hilft und dass Geistheilung bei Furunkeln indiziert ist. Jetzt ist auch die Existenz des Jenseits bewiesen. Und das kam so:

Der Journalist Rolf Froböse hatte ein Buch geschrieben. Eigentlich schon mehrere, aber das letzte ist eben gerade erst erschienen. Es nennt sich Die geheime Physik des Zufalls. “Geheime Physik” klingt schon total mystisch, so irgendwie nach The Secret, aber damit die Esos nicht durch das Wort “Physik” abgeschreckt werden, muss der Untertitel noch mit dem Zaunpfahl winken: Quantenphänomene und Schicksal.

Als Journalist weiß Froböse freilich, dass es nicht reicht, ein Buch zu schreiben und auf Käufer zu warten. Man muss das Zeug auch vermarkten:

Das Buch ist veröffentlicht. Nun geht es darum, sich den Chancen und Strategien der Vermarktung zu widmen, um Ihr Werk dem Leser schmackhaft zu machen. Gefragt sind kreative Marketingideen, Multiplikatoren wie Journalisten und Buchhändler oder Leserempfehlungen, damit Ihr Buch aus der Informationsflut heraussticht. Hier unterstützen wir unsere Autoren mit umfangreichen Services zu PR und Werbung.

So liest sich das bei Books on Demand, dem Verlag in dem Froböses Buch erschienen ist. Das erklärt vielleicht, warum bei Amazon.de beinahe zeitgleich zum Buchstart schon drei begeisterte Kundenrezensionen auftauchen. Eigentlich vier, weil einer der Rezensenten hat gleich darauf auch The Secret rezensiert und legt den Interessenten dort ebenfalls das Froböse-Buch ans Herz. Read the rest of this entry »

Es wurde wissenschaftlich bewiesen, dass ein positiver Gedanke Hunderte Male kraftvoller ist als ein negativer Gedanke.

 

The Secret

Bücher, die Sätze wie diesen enthalten, kann man - eine solche Einschätzung wird Sie auf diesem Blog nicht überraschen - ohne sie überhaupt gelesen zu haben und dennoch ohne schlechtes Gewissen im Müll entsorgen. Man kann nicht nur, man sollte sogar. Das ist wie bei den Masern - es droht die Ansteckung von Unschuldigen, die noch keine adäquate (in diesem Fall geistige) Immunantwort entwickelt haben.

Jetzt ist es natürlich ein alter Hut, dass die Buchhandlungen mit zwischen Buchdeckel gepresstem New Age- und Esoterik-Stumpfsinn überquellen, und man könnte sich fragen, wieso Das Geheimnis, wie der deutsche Titel des Elaborats wenig originell lautet, hier überhaupt mit einem eigenen Eintrag gewürdigt wird. Aber was dieses Buch betrifft, aus dem der eingangs zitierte Satz stammt, gibt es ein Problem: Read the rest of this entry »

Der Titel dieses Beitrags ist gleichzeitig der Titel des letztes Jahr erschienenen und damit jüngsten Buches von Dr. Theodor Much. Aufmerksame Leser dieses Blogs und seiner gelegentlichen Ausflüge in die Welt der Astrologie können sich vielleicht daran erinnern, dass Dr. Berndt dieses Werk bereits vor ein paar Wochen in einem Kommentar wärmstens empfohlen hat. Eine Rezension erschien auch in der Dezemberausgabe der Kulturzeitschrift DAVID. Als Appetitanreger präsentieren wir Ihnen hier (nach dem Klappentext) das Kapitel Astrologie, Astronomie und die Logik im Volltext, mit freundlicher Genehmigung von Theodor Much und dem Verlag Edition Va Bene. Falls Sie nach der Lektüre Lust auf mehr haben sollten - das gesamte Buch ist in jeder gutsortierten Buchhandlung zu einem Preis zu erwerben, der nicht einmal 1/90 (in Worten: ein Neunzigstel!) dessen ausmacht, was Sie der Astrologen-Kurs des WIFI kosten würde. Und beim Erkenntnisgewinn verhält es sich dabei auch noch umgekehrt! Wir wünschen viel Vergnügen!

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Klappentext:

Die Zahlen sprechen für sich: Laut diversen Umfragen zum Aberglauben glaubt die Hälfte der Bürger Mitteleuropas an Astrologie und liest regelmäßig Zeitungshoroskope. Ähnlich viele Menschen glauben an diverse Glücksbringer, fürchten sich vor schwarzen Katzen, die ihren Weg kreuzen, und an die Zahlenmystik. Auch der weitverbreitete Glaube an die Macht des Mondes, Esoterik und alternative Therapieverfahren ermöglicht einen boomenden (und sehr lukrativen) Markt, der Unwissenheit und Aberglauben vieler Menschen zum eigenen Profit ausnützt.

In diesem Buch wird in leicht verständlicher Form der Frage nachgegangen, ob Mond, Planeten und Sterne tatsächlich eine Bedeutung im Leben jedes einzelnen von uns haben können, und wie Argumente von Befürwortern und Gegnern der Astrologie (und des Mondglaubens) lauten.

Dieses Buch beschäftigt sich kritisch mit Astrologie und dem Mondglauben. Es erläutert die Grundlagen von Astrologie, Lunatismus und mit beiden eng verbundenen esoterischen parawissenschaftlichen Disziplinen wie u. a. der Glaube an die Kraft von Edelsteinen, an die mystische Bedeutung von Zahlen, an das “Wissen” des Pendels und die “Wirksamkeit” von diversen pseudomedizinischen, esoterischen Therapieverfahren.

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Unsere Stammleser haben es schon bemerkt: An dieser Stelle wurde schon länger nicht mehr über die Wiener U-Bahn-Zeitung Heute hergezogen. Früher gab’s ja regelmäßig was zu meckern, etwa hier oder hier. Nicht dass Heute inzwischen weniger unterirdisch geworden wäre, aber inzwischen lese ich das Blatt eben nur mehr in Notfällen. Vor einer Woche hatte ich das Vergnügen wieder. Mein Blick war auf den Aufmacher gefallen und vor meinem geistigen Auge entspann sich ein Dialog, der sich in der Chefredaktion der Gratiszeitung so oder so ähnlich abgespielt haben musste:

“Leute, wir brauchen eine knackige Titelschlagzeile für morgen, aber flott! Also, wer hat Ideen?”

“Irgendwas mit Sex?”

“Sex, hmmm… klingt nicht schlecht. O.k., Sex nehmen wir rein. Aber… naja, vielleicht tun wir was mit “Liebe” dazu, sonst klingts gar so nach Schmuddelblatt. Gut, also Liebe & Sex. Aber was noch? Das muss ja in einem Kontrax… ähh Kommtex…, also in einem Zusammenhang stehen!”

“Politik? Vielleicht: Skandal - Gusenbauer…”

“Geh, bitte…!”

“Keine Politik, ja, verstehe. Was leichteres. Hmm… Astrologie?”

“Astrologie, sehr gut! Sterne! Spitzenidee! Hatten eh schon seit Tagen keine neue Studie! Also, auf geht’s: Liebe, Sex, Sterne, irgendwas. Los, los!” Read the rest of this entry »

Die heutige Gewinnfrage lautet wie folgt:

Wo findet sich die folgende witzige Weisheit aus dem Bereich der Biologie?

Um ihre Aufgabe optimal erfüllen zu können, können sich nach Bedarf Viren, Bakterien und Pilze ineinander umwandeln.

a) Im Wissenschaftsteil der BILD-Zeitung.

b) Im Hausübungsheft eines eher im kreativen Bereich talentierten 14jährigen Schülers.

c) In einer Broschüre einer steirischen Ärztin.

(Ein kleiner Tipp zur Auflösung: Im Titel dieses Beitrags steckt ein Hinweis!)

Nun gut, als praktizierender Skeptiker ist man ja einiges gewohnt. Aber hin und wieder stolpert man über Dinge, die sind so absurd, dass man zuerst an Satire oder versteckte Kamera denkt und erst nach und nach begreift: Das ist ernst gemeint! Letzte Woche war es wieder einmal so weit, da erschien ein lesenswerter Artikel in der Wiener Zeitung. Er stammt aus der Feder von Christa Karas, unterstützt durch die Recherchen von DDr. Wolfgang Maurer, dem Impfexperten des AKH. Thema war die “eigenartige Sekte” der organisierten “Impfgegner“.

Sie wissen schon, das sind jene Zeitgenossen und -innen, deren Lieblingswort “Pharmamafia” ist, die ihre Kinder auf “Masernpartys” schicken und die immer gleich von Dioxin, Formaldehyd und Autismus schwafeln, wenn der Onkel Doktor zur Spritze greifen will. Impfgegner rekrutieren sich vorwiegend aus halbgebildeten Eltern mit einem Hang zu dem, was sie als “ganzheitliche” Medizin missverstehen, aber eben leider auch aus Personen, die einen Dr. med. univ. vor dem Namen tragen. Die Ärzte unter den Impfgegnern wiederum sind überdurchschnittlich häufig Homöopathen. Read the rest of this entry »

Ilmar Tessmann is back! Aber beginnen wir mit einer kleinen Rückblende. Die ASFINAG, das hat sich auch dank eines Wikipedia-Artikels ein wenig herumgesprochen, schickte jahrelang Wünschelrutengeher aus, um “unerklärliche” Unfallhäufungspunkte auf Österreichs Autobahnen zu “entstören”. Wir haben auf diesen Beitrag der Autobahngesellschaft zur Volksverblödung letztes Jahr bereits hingewiesen und ihm ein wenig Aufmerksamkeit gewidmet, etwa hier oder hier.

Bekanntlich wurde der gesamte ASFINAG Vorstand im Vorjahr unter medialem Getöse in den Ruhestand verabschiedet. Nicht wegen seines Einsatzes zur Förderung des Aberglaubens mittels Mautgebühren, sondern weil eben wieder einmal eine routinemäßige parteipolitische Umfärbung fällig war. Der neue Vorstand, so wurde mir zugetragen, will mit der peinlichen Pendlerei nichts zu tun haben und hat diese beendet. Die Seite, auf der die ASFINAG ihre “esoterischen Maßnahmen” erläutert, steht allerdings immer noch im Netz.

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KURZE VERSION FÜR INSIDER:

Frage: Wieviele Wissenschaftler, die an das Wassergedächtnis glauben, tragen beim heutigen “Fortbildungsabend” Water-Information-Meeting-Vienna für Apotheker und Homöopathen vor?

Antwort: Alle beide.

LANGE VERSION FÜR OUTSIDER:

Es ist ja im Prinzip ganz einfach: Nehmen Sie einen Eiswürfel und ritzen Sie Ihren Namen in die Oberfläche. Dann legen Sie ihn zurück ins Eisfach. Am nächsten Tag ist Ihr Name immer noch lesbar. Das beweist: Wasser hat ein Gedächtnis - es kann Information speichern. Wenn es gefroren ist. Probieren Sie jetzt dasselbe mit Wasser bei Zimmertemperatur. Sie werden feststellen: Nichts zu machen, kein Name im Wasser lesbar. Keine Überraschung, denken Sie jetzt vielleicht, das ist wohl der Grund warum Festplatten fest sind und nicht flüssig. Überraschung: Es gibt Menschen, die ernsthaft glauben, Wasser habe ein Gedächtnis. Die überwiegende Mehrzahl von Ihnen sind Homöopathen. Read the rest of this entry »

Persönlich finde ich Uri Geller als Thema ja laaaaaangweilig, aber ein Skeptikerblog wie der unsrige hat dieser Tage, wo nach Popstars und Supermodels auf Pro 7 auch Uri-Geller-Nachfolger gesucht werden, gewissermaßen eine moralische Verpflichtung, sich zu dem Löffelbieger zu äußern. Also äußern wir uns wie folgt: Wählt Uri Geller raus!

Warum? Weil er ein Ungustl ist, darum! Charisma hin, Starruhm her, der Punkt ist: Uri Geller hat es zu seiner weltweiten Bekanntheit weder durch unglaubliche “mentale Kräfte” noch durch besonders geniale Zaubertricks gebracht, sondern dadurch, dass er das Publikum, die Medien und die ganze Welt schamlos belogen hat. Bekanntlich wurde er im letzten Jahrtausend noch richtig ungehalten, wenn man ihm irgendwelche Tricks unterstellte. Er hätte NIEMALS einen Trick angewandt, er kenne überhaupt keine Tricks, das sei alles mentale Kraft, Psychokinese, Telepathie, blahblah. Das machte ihn bei den professionellen Zauberkünstlern unbeliebt und bei den aufgeklärten Skeptikern zum Buhmann. Als der bekannte Magier und Skeptiker James Randi sich belustigte, die plumpen Tricks von Uri Geller hätte er schon als Kind auf der Rückseite von Cornflakesschachteln gelesen, zerrte dieser ihn vor den Kadi. Randi kramte seine Cornflakesschachtel hervor und Geller verlor. So wie noch jedesmal, wenn er einen Kritiker verklagte. Read the rest of this entry »

Ohne Worte

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Wie Sie die Verbreitung modernen Aberglaubens finanziell fördern können, wissen Sie ja bereits: Durch den Kauf einer Autobahnvignette. Ein Teil Ihres Geldes geht an die Pendler und Rutengeher der ASFINAG. Wir haben darauf hingewiesen.

Jetzt gibt es eine neue Variante: Wenn am Sonntag die Sternsinger kommen, spenden Sie! Read the rest of this entry »

Eigentlich heißt er ja Thomas Morgenstern, aber der junge Mann, der seit seiner phänomenalen Erfolge im Skispringen zum Liebling der Nation aufgestiegen ist, hat von den Medien den Kosenamen “Morgi” erhalten. Na gut, dann also Morgi. Was das Geheimnis seines Erfolges ist, verriet Morgi am Freitag dem Kurier:

Neben der harten körperlichen Vorbereitung setzt Morgenstern auch auf ein “Geheimmittel”. Seit seiner Gürtelrosen-Erkrankung vor der WM im heurigen Februar trägt der 21-Jährige eine Halskette mit “Bio-Computer” (Atox). Er habe bei der WM in Sapporo Bronze und Team-Gold gewonnen, obwohl er zwei Wochen zuvor noch krank im Bett gelegen sei. “Von da an war das ein sehr wichtiger Teil von mir, ich bin ausgeglichener und habe noch mehr Gespür.” Morgenstern glaubt an die Wirkung (”Es gibt Dinge, die man nicht erklären kann”) und sieht es in seiner Erfolgsgeschichte als einen Aspekt vom Ganzen.

Und hier können Sie sehen, wie Morgi seinen Bio-Computer auf Zerstörungsresistenz testet:

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Der neue Skeptiker ist da, und wenn Sie durch diesen Artikel über die Pendler der ASFINAG Appetit auf mehr bekommen haben, dann finden Sie dort die ausführliche Version, ergänzt durch einige andere heimische Schmankerl.

Damit Sie aber nicht glauben, dass nur in Österreich Esoteriker in so manchen Behörden sitzen, sei hier auch auf Klaus Kecks Bericht hingewiesen. Dort finden Sie die abenteuerliche Schilderung einer Studie, die das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bei drei Pseudowissenschaftlern in Auftrag gegeben hat. Stichwort: Raumenergie für Entwicklungsländer. Zum Gruseln!

Wilhelm Mohorn ist ja hierzulande eigentlich deshalb bekannt, weil er das sogenannte Aquapol-Gerät erfunden hat, dessen “Wirkprinzip” nach einem Nobelpreis schreit. Das Ding sieht aus wie ein postmoderner Kronleuchter, allerdings besitzt es keinen Stromanschluss und leuchtet auch nicht. Dafür trocknet es feuchte Mauern, meint Mohorn, und das bestätigt natürlich auch sein Haus-und-Hof-Pseudowissenschaftler.

Aber bevor wir uns jetzt in die Untiefen des Themas Voodoo-Technik made in Austria stürzen, machen wir einen abrupten Schwenk und wundern uns darüber, dass laut dieser Presseaussendung Mohorn sich jetzt plötzlich für die Menschenrechte stark macht. Und damit meint er nicht etwa das Recht, von lästigen Nörglern und Kritikern in Ruhe gelassen zu werden. Nein, in seinem Reichenauer Waldschlössl veranstaltete Mohorn eine echte Benefizgala, in deren Mittelpunkt die Organisation Jugend für Menschenrechte stand.

Laut einem Interview auf seiner Webseite ist Mohorn besonders das Menschenrecht Nr. 29, “das Recht zu wissen” ein Anliegen. Ein solches existiert zwar nicht, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein. Was könnte Mohorn damit genau gemeint haben? Wir werden aufgeklärt: Read the rest of this entry »

Sagen Ihnen die Namen Johannes Huber und Sepp Leodolter noch etwas? Jawohl, das sind jene beiden honorigen Ärzte, die durch den Skandal rund um die angebliche Krebswundertherapie per Stammzellen der Firma Cell Med eines Großteils ihrer Reputation verlustig gegangen sind. Während diese Geschichte hierzulande abgehakt ist, nimmt eine Variante davon in Deutschland gerade ihren Lauf.

Wie das Deutschlandradio unter dem Titel Das Geschäft mit der Hoffnung berichtet, hat in Köln kürzlich das Xcell-Center aufgesperrt, hinter dem eine niederländische Firma namens Cells4Health steht. Das Geschäftsmodell dürfte dasselbe sein wie in der Alternativmedizin: Kranken und verzweifelten Menschen mit leeren Versprechungen eine Menge Geld abknöpfen.

Und vor wenigen Tagen lag dem Standard hierzulande eine blutrote Jubelbroschüre bei, die unter dem Titel James Rapholz’s ECONOMIC ADVICE von einem angeblichen Durchbruch in der Stammzelltherapie schwärmt, der der Firma CellCyte Genetics gelungen sei. Read the rest of this entry »

Und wenn wir schon beim Rutengehen sind: Die ASFINAG tut es auch, oder besser: Sie lässt es tun. Diese Geschichte ist etwas zu lang für einen Blog, deswegen finden Sie sie auch nicht hier sondern im Standard. Eine Langfassung mit einigen weiteren obskuren Beispielen gibt’s dann im nächsten Skeptiker.

UPDATE: … nämlich hier.

Von einem kuriosen Modellversuch berichtet heute die Mittelbayerische Zeitung: Ein Rutengängerkurs für Blinde. Auch blinde Menschen sollen dort lernen können, wie man Erdstrahlen aufspürt, die auf Wasseradern hindeuten. Warum das kurios ist, kann man erst nach einer kurzen Rekapitulation der Fakten wirklich würdigen. Die da wären:

1. Wasseradern gibt es nicht, außer in manchen Karstgebieten. Grundwasser fließt flächig. Das Gerede von unterirdischen Kanälen, in denen das Wasser dahinströmt wie Blut in einer Ader, ist ein Gerücht, das sich auch unter gebildeten Menschen hartnäckig hält.

2. Die Existenz von Erdstrahlen ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Deutlicher ausgedrückt, in den Worten des Geophysikers Prof. Erhard Wielandt von der Uni Stuttgart: Die Störzonen, in denen Erdstrahlen entstehen, befinden sich nicht in der Erde, sondern im Kopf. Zwar gibt es eine Menge Strahlen, die aus der Erde kommen, etwa in Form von Wärme oder natürlicher Bodenradioaktivität, aber diese meinen die Rutengänger ja nicht. Deren Erdstrahlen sind technisch nicht messbar, sie sind “feinstofflich”. (Was auf gut deutsch soviel heißt wie: Sie sind Quatsch.) Read the rest of this entry »

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Auf der heutigen Titelseite der Gratiszeitung Heute prangt fett die Schlagzeile

Neuropsychologe erwähnt in Vortrag zwei Jahre alte Studie, die negative Auswirkungen von TV-Konsum auf Lernerfolg nahelegt.

Nein, Verzeihung, tut sie natürlich nicht. Das ist nur die Schlagzeile, die dort hätte prangen müssen, wenn Heute mit der Wahrheit einen etwas weniger schlampigen Umgang pflegen würde. Tatsächlich lautet die Schlagzeile nämlich

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Dass man beim Wort “Studie” in einer Heute-Schlagzeile aufpassen muss, wissen treue Stammleser dieses Blogs seit mindestens zwei Monaten. Im Blattinneren geht es ins Detail: Fernsehen macht Teenager dumm! Und im Untertitel heißt es:

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Wenn David Lynch, Filmemacher mit Neigung zum Surrealen, in Wien zu Gast ist, dann hängen die Fans und die Medien an seinen Lippen. Deshalb macht er hier wie auf allen anderen Stationen seiner Europareise ungeniert Werbung für einen der peinlichsten Psychokulte, die Transzendentale Meditation (TM) der Maharishi-Jünger. Nun ist ja gegen Meditation an sich nichts einzuwenden, aber die TM ist eine ganz eigene Spielart. Ihre Anhänger, die hierzulande immer wieder mal als rührige Österreichische Naturgesetze Partei (ÖNP) bei Wahlen antreten, behaupten etwa, durch das gemeinsame Meditieren einer genügend großen Zahl von Menschen (für Österreich ca. 300) würden diese so eine Art “positive Bewusstseinswelle” erzeugen, die über das Land schwappt und dort für höheres Wirtschaftswachstum, geringere Kriminalitätsraten und besseres Fernsehprogramm sorgt.

Wer stundenlanges Meditieren zu langweilig findet, der kann bei den TMern auch das “Yogische Fliegen”, also die Levitation durch Geisteskraft lernen. Als Beweis für letzteres dienen lustige Videos, auf denen man erwachsene Menschen im Yogasitz durch die Gegend hüpfen sehen kann.

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Allerdings ist die Gefahr auch eher gering. Die Kleinstadt Dover in Pennsylvania, USA , wurde durch jenen Prozess berühmt, in dem Richter John E. Jones III dem lokalen School Board, das Kreationismus in Form von “Intelligent Design” durch die Hintertüre in den Biologieunterricht schmuggeln wollte, wörtlich breathtaking inanity (atemberaubende Dummheit) beschied.  In Bern (so etwas ähnliches wie die Hauptstadt der Schweiz) wiederum hat man kürzlich einen kreationistisch angehauchten Text für Volksschulen entdeckt, wie die NZZ berichtet. Zu einem Prozess wird es trotzdem nicht kommen - die inkriminierte Passage wird jetzt überarbeitet.

Wenn uns die Wissenschaftsredaktion ORF ON Science zu Allerseelen darauf hinweist, dass Grübeln nicht immer zur richtigen Lösung führt, dann hat sie damit sicher Recht. Jeder ist schließlich schon mal an einem verzwickten Sudoku gescheitert. Aber das ist gar nicht gemeint. Es geht darum, dass in komplizierten Entscheidungsproblemen der Verstand oft zu schlechteren Ergebnissen führt als die Intuition. Jaja, das wissen wir schon. Schließlich haben wir Malcolm Gladwells Blink! und Gerd Gigerenzers Bauchentscheidungen gelesen, oder … ähm … zumindest ein paar Rezensionen dieser Bücher.

Jetzt gibt es aber laut ORF ON “news” dazu, und die haben sie von der APA. Die APA weiß über die Neuigkeiten zur Intuitionsforschung, dass der Psychologe Ap Dijsterhuis in der Zeitschrift Gehirn & Geist davon berichtet. Wenn nun also ORF ON darüber berichtet, dass die APA berichtet, dass ein Amsterdamer Psychologe in einer deutschsprachigen populärwissenschaftlichen Zeitschrift etwas zur Intuitionsforschung berichtet, dann klingt das erstens verdächtig und zweitens sehr nach Stille Post. Read the rest of this entry »

Joachim Bublath, promovierter Physiker und Wissenschaftsjournalist beim ZDF, hat es dieser Tage wirklich nicht leicht. Vor wenigen Wochen - wir berichteten - wurde er von einem wütenden Mob von Homöopathen mit Spam-mails überschwemmt. Und jetzt, genauer gesagt gestern Nacht auf ARD bei Maischberger, musste er sich Nina Hagens wirres Gestammel über UFOs und Aliens anhören. Ganze 50 Minuten hielt er lächelnd und leidend durch, dann verabschiedete er sich vorzeitig aus dem Studio. Ganz so wie kürzlich Eva Herman, nur eben freiwillig. Heute Morgen sind die online-Nachrichten voll mit der Story. Eine - naja - Sternchenstunde des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Sie haben es versäumt? Wiederholung Samstag, 3.11.2007, 23:30 auf 3sat! Außerdem gibt es ja YouTube…

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Gleich vorweg: Inge Morath kann nichts dafür. Wie hier und hier nachzulesen ist, wurde am Freitag in Graz der Inge Morath-Preis für Wissenschaftspublizistik verliehen. In der Kategorie “elektronische Medien” ging der Preis an die Rubrik “Wissen” auf steiermark.ORF.at. Die funktioniert so:

Zusammen mit Journalismus-Studenten der FH Joanneum in Graz werden Forschungsthemen aus den steirischen Universitäten einer breiten Leserschaft zugänglich gemacht. Dadurch soll in der Öffentlichkeit das Interesse und die Akzeptanz für Wissenschaft und Forschung geweckt und vertieft werden.

Im sciblog wurde dieses Konzept bereits kritisiert. Zu Recht. Wie die auf der preisgekrönten Seite verlinkte Story Gesundheit ist messbar zeigt, soll neben der Akzeptanz von Wissenschaft mitunter wohl auch die von steirischer Voodoo-Science vertieft werden - und davon gibt es wahrlich schon genug. Read the rest of this entry »

Nein, unser Heinz Oberhummer ist kein Geister-Jäger. Aber die folgenden zwei Hinweise, die ich wieder einmal dem sciblog entnehme, sind vielleicht von Interesse:

Geister-Jäger heißt die deutsche Fassung eines Buchs der Wissenschaftsjournalistin und Pulitzer-Preisträgerin Deborah Blum, in dem ein weniger bekanntes Kapitel der Parapsychologiegeschichte recht umfassend aufgearbeitet wird. Da ich es noch nicht gelesen habe, mehr dazu vorläufig hier.

Und ein Interview (das habe ich gelesen!) mit dem Atomphysiker, Kabarettisten und Skeptiker Heinz Oberhummer, der es sogar zu einem Wikipedia-Eintrag gebracht hat, gab es am Montag in der Süddeutschen.

Jaja, zugegeben: Alter Hut! Denn der Grazer Psychiatriekongress, auf den sich diese Überschrift bezieht, ist bereits vorbei. Und die Debatte dazu lief, als ich im Urlaub war. Aber dieses Gustostückerl verdient hier trotzdem Erwähnung, und sei es nur fürs Archiv. Also: Lesen Sie am besten die hübsche Kurzfassung von Thomas Kramar in der Presse oder die ausführliche Version, die vor einem Monat im Spiegel erschienen ist. Und dann - audiatur et altera pars - die offiziellen Stellungnahmen der Veranstalter.

James Watson, Nobelpreisträger und Mitentdecker der DNA-Struktur, wird seinem Ruf wieder einmal gerecht. Den beschrieb das Magazin Science anno 1990 so:

Für viele in der wissenschaftlichen Gemeinschaft war Watson immer schon so etwas wie ein Wilder, und seine Kollegen halten den Atem an sobald er vom Manuskript abweicht.

1997 war Watson gefragt worden, ob Frauen das Recht haben sollten, ein Kind abzutreiben, wenn ein (hypothetischer) Gentest feststellt, dass dieses homosexuell sein würde. Watson, ein Befürworter des Rechts auf Abtreibung, antwortete mit “Ja”. Der Telegraph, für den sollen und dürfen sollen keinen großen Unterschied macht, titelte “Abort babies with gay genes, says Nobel winner“.

Und jetzt also wieder James Watson. Read the rest of this entry »

Es soll ja hin und wieder vorkommen, dass Aussagen von Wissenschaftlern, sobald sie erst zur Schlagzeile verkürzt sind, nicht nur entstellt, sondern sogar in ihr Gegenteil verkehrt werden. Ein hübsches Beispiel (mit Dank für den Hinweis an den sciblog) lieferte eben die Zeitung Österreich, die aus der Einschätzung des ZAMG-Klimatologen Ernest Rudel zum kommenden Winter,

“Die Saison könnte einen halben Grad über dem langjährigen Durchschnitt liegen. Es kann sogar sein, dass wir hin und wieder über das eher milde Wetter stöhnen werden”,

diese Cover-Schlagzeile bastelte:

Chef-Meteorologe sagt: Winter wird eiskalt

Aber bitte, das ist halt Österreich. In einer Qualitätszeitung könnte so etwas nicht passieren - oder doch? Read the rest of this entry »

“Wissenschaft als Abstimmungsergebnis, das ist der Sieg des Irrationalen.” Also sprach Joachim Bublath, Leiter der ZDF-Wissenschaftsredaktion. Was war geschehen? Nun, Anfang September hatte sich Bublath erdreistet, in der ZDF-Sendung Die modernen Wunderheiler kritisch über Heilpraktiker und diverse Auswüchse der Alternativmedizin zu berichten. Unter anderem wurden in dieser Sendung auch einige weniger appetitliche Inhaltsstoffe homöopathischer Urtinkturen aufgezählt, siehe Titelzeile.

Wütende Anhänger der irrigerweise als “sanft” und “pflanzlich” geltenden Homöopathie stürmten daraufhin das online-Forum des ZDF. Der Bund Deutscher Heilpraktiker forderte seine Fans zu einer Spam-Attacke gegen Bublath auf, wie dieser nun in einem Focus-Artikel berichtet. Read the rest of this entry »

Kritische Leser der Wissenschaftsseiten heimischer Medien (so diese überhaupt welche aufweisen) haben natürlich diese Faustregel im Hinterkopf: Eine Schlagzeile wie Formel für … gefunden ist ebenso wie Gen für … gefunden meist schlichter Unsinn, entsprungen der angeblichen Notwendigkeit, einen oft komplexen Sachverhalt in eine einstellige Anzahl von Worte zu verpacken.

ORF ON Science zeigte vorgestern, dass es Ausnahmen gibt. Die Schlagzeile Forscher finden Formel für unregelmäßige Zeitwörter beschreibt nämlich tatsächlich relativ gut, was ein Team um den in Harvard lehrenden Mathematiker und Auslandsösterreicher Martin Nowak geleistet hat. (“Formel für die Halbwertszeit unregelmäßiger Zeitwörter” wäre zutreffender, vermutlich aber schon zu lang gewesen.) Read the rest of this entry »

Das denkt zumindest das Volk, glaubt man einer Umfrage im Auftrag des Wissenschaftsministeriums.

Puhhh. Da tut Bildung in Sachen Science dringend Not, und die holt man sich am besten bei den Science Busters. (Die geschätzten Kollegen sind zu bescheiden um hier selbst für ihre Veranstaltung zu werben… Aber ich bitt’ euch, keine Ursache, nein-nein, gern geschehen!)

Ein kleiner Nachtrag zu meiner prophetischen Ankündigung vom 7. Oktober. Über die gestrige Klimaskeptikertagung berichten heute Kurier, Krone, Standard, Networld und ORF.at. Klimawandel-Gegner in Wien schreibt die Krone etwas holprig (sind wir das nicht alle?), Vergesst den Klimawandel und Klaus geißelt Klima-Hysterie lauten die übrigen Schlagzeilen. Kurier und ORF.at zitieren Vaclav Klaus mit dem Satz

Ich glaube einfach nicht, dass der Beitrag der Menschen statistisch signifikant ist.

Leider ließ Klaus unerwähnt, auf welchem statistischen Signifikanzniveau dieser Glaube fußt, und wie seine Nullhypothese genau lautet… Im Ernst: Hätte er das Wort “statistisch” weggelassen, so hätte der Satz zumindest einen Sinn gehabt. Aber “statistisch signifikant” klingt wohl irgendwie wissenschaftlicher als “signifikant” alleine. So demonstriert Vaclav Klaus nur seine Ahnungslosigkeit.

Zuerst einmal die Fakten: Den Klimawandel gibt es tatsächlich, aber andersrum. Es wird nämlich in Wahrheit immer kälter! Das Gerede von der Erderwärmung ist kompletter Unsinn; wenn sich da überhaupt etwas wandelt, dann hat das allenfalls mit der Sonnenaktivität zu tun, aber sicher nichts mit der Menschenaktivität.

Wenn Sie jetzt denken, das ist Schwachsinn, dann haben Sie natürlich Recht. Aber bitte: Ich zitiere ja nur. Wenn Sie Lust auf einen skurrilen Abend haben, können Sie Statements diesen Kalibers morgen im Wiener Hayek-Institut hören. Dort gibt es nämlich eine Tagung namens Climate Change and Sustainable Development. Ein erlesenes Grüppchen von Klimawandelskeptikern wird dort voraussichtlich die üblichen dutzendfach widerlegten Argumente wiederkäuen, angereichert vermutlich mit vielen mahnenden Worten über zuwenig privat und zuviel Staat. Read the rest of this entry »

Ach ja, und wer durch den letzten Eintrag Lust bekommen hat, selbst einmal Potentaten und Demokraten aus den Sternen zu lesen oder auch nur ganz profan den heimischen Wirtschaftsbossen bei ihren gewichtigen Entscheidungen mit den Einflüsterungen von Uranus und Saturn zur Seite zu stehen, der kann für läppische € 1.980,- die professionelle Hilfe des WIFI in Anspruch nehmen. Wer’s nicht glaubt, der informiere sich bei dem genialen Kabarettisten, Kolumnisten und promovierten Mathematiker (und, ich gebe es zu, meinem alten Studienkollegen) Christoph Krall!

Die Führer des burmesischen Militärregimes, das derzeit weltweit für Schlagzeilen sorgt, stehen unter dem Einfluss von astrologischem und anderem Aberglauben. Diese Eigenschaft teilen sie mit anderen Diktatoren der Geschichte, aber auch mit prominenten demokratisch gewählten (Ex-)Politikern. Ein aufschlussreicher Artikel von Ben Macintyre in der Times.

Starken Tobak bot ORF.at vor ein paar Tagen. “Reden” Pflanzen und Pilze miteinander? fragte da der Journalist Gerald Lehner. Starrer Dogmatismus bei Darwin? ergänzt ein Zwischentitel, und im nächsten Absatz wird die Frage bejahend beantwortet:

Immer mehr Fachleute, die in mehreren Disziplinen bewandert sind, erkennen in Darwins Erklärungsmodell einen starren Dogmatismus, der für die Erklärung des Lebens nicht ausreiche.

Dass Pflanzen den hermeneutischen Auslegungszirkel intus haben, erfährt man auch:

“Die Wurzelzellen einer Pflanze können genau unterscheiden, ob ein chemisches Molekül als Botschaft von anderen Pflanzen vorhanden ist; zum Beispiel von Bakterien oder Pilzen. Oder ob es nicht als Botschaft dienen soll.

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Kritische Leser wissen es ja: Wenn eine kleinformatige Tageszeitung das Wort Studie in eine Schlagzeile setzt, dann ist Vorsicht angebracht. Neuerlich demonstriert hat das heute Heute, die Gratiszeitung, die täglich tausende U-Bahn Benutzer mit einer Mischung aus Information und Werbung versorgt. Studie: Sterne sind die besseren Ärzte prangt auf Seite 8, und im Untertitel erfährt man:

Die Sterne lügen nicht - vor allem, wenn es um unsere Gesundheit geht. Laut neuer Studie bestimmt der Geburtsmonat sogar, welche Krankheiten uns gefährlich werden und wie lange wir leben!

Im Text machen die Sterne munter weiter:

Aberglaube hin oder her: Die Sterne verraten mehr, als uns lieb ist. Denn laut Studie zweier Forscher des Max-Planck-Instituts Rostock (D), die sich auf 250 (!) weitere Untersuchungen berufen, bestimmt schon unser Geburtsmonat, welche Wehwehchen auf uns zukommen - und ob wir Methusalem Konkurrenz machen!

Dass der Geburtsmonat einen geringen, aber in großen Datenmengen statistisch nachweisbaren Einfluss auf Lebenserwartung und Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten hat, ist seit längerer Zeit bekannt. Dass das mit den Read the rest of this entry »