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Joachim Bublath, promovierter Physiker und Wissenschaftsjournalist beim ZDF, hat es dieser Tage wirklich nicht leicht. Vor wenigen Wochen – wir berichteten – wurde er von einem wütenden Mob von Homöopathen mit Spam-mails überschwemmt. Und jetzt, genauer gesagt gestern Nacht auf ARD bei Maischberger, musste er sich Nina Hagens wirres Gestammel über UFOs und Aliens anhören. Ganze 50 Minuten hielt er lächelnd und leidend durch, dann verabschiedete er sich vorzeitig aus dem Studio. Ganz so wie kürzlich Eva Herman, nur eben freiwillig. Heute Morgen sind die online-Nachrichten voll mit der Story. Eine – naja – Sternchenstunde des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Sie haben es versäumt? Wiederholung Samstag, 3.11.2007, 23:30 auf 3sat! Außerdem gibt es ja YouTube…

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Gleich vorweg: Inge Morath kann nichts dafür. Wie hier und hier nachzulesen ist, wurde am Freitag in Graz der Inge Morath-Preis für Wissenschaftspublizistik verliehen. In der Kategorie “elektronische Medien” ging der Preis an die Rubrik “Wissen” auf steiermark.ORF.at. Die funktioniert so:

Zusammen mit Journalismus-Studenten der FH Joanneum in Graz werden Forschungsthemen aus den steirischen Universitäten einer breiten Leserschaft zugänglich gemacht. Dadurch soll in der Öffentlichkeit das Interesse und die Akzeptanz für Wissenschaft und Forschung geweckt und vertieft werden.

Im sciblog wurde dieses Konzept bereits kritisiert. Zu Recht. Wie die auf der preisgekrönten Seite verlinkte Story Gesundheit ist messbar zeigt, soll neben der Akzeptanz von Wissenschaft mitunter wohl auch die von steirischer Voodoo-Science vertieft werden – und davon gibt es wahrlich schon genug. Den Rest des Beitrags lesen »

Nein, unser Heinz Oberhummer ist kein Geister-Jäger. Aber die folgenden zwei Hinweise, die ich wieder einmal dem sciblog entnehme, sind vielleicht von Interesse:

Geister-Jäger heißt die deutsche Fassung eines Buchs der Wissenschaftsjournalistin und Pulitzer-Preisträgerin Deborah Blum, in dem ein weniger bekanntes Kapitel der Parapsychologiegeschichte recht umfassend aufgearbeitet wird. Da ich es noch nicht gelesen habe, mehr dazu vorläufig hier.

Und ein Interview (das habe ich gelesen!) mit dem Atomphysiker, Kabarettisten und Skeptiker Heinz Oberhummer, der es sogar zu einem Wikipedia-Eintrag gebracht hat, gab es am Montag in der Süddeutschen.

Jaja, zugegeben: Alter Hut! Denn der Grazer Psychiatriekongress, auf den sich diese Überschrift bezieht, ist bereits vorbei. Und die Debatte dazu lief, als ich im Urlaub war. Aber dieses Gustostückerl verdient hier trotzdem Erwähnung, und sei es nur fürs Archiv. Also: Lesen Sie am besten die hübsche Kurzfassung von Thomas Kramar in der Presse oder die ausführliche Version, die vor einem Monat im Spiegel erschienen ist. Und dann – audiatur et altera pars – die offiziellen Stellungnahmen der Veranstalter.

James Watson, Nobelpreisträger und Mitentdecker der DNA-Struktur, wird seinem Ruf wieder einmal gerecht. Den beschrieb das Magazin Science anno 1990 so:

Für viele in der wissenschaftlichen Gemeinschaft war Watson immer schon so etwas wie ein Wilder, und seine Kollegen halten den Atem an sobald er vom Manuskript abweicht.

1997 war Watson gefragt worden, ob Frauen das Recht haben sollten, ein Kind abzutreiben, wenn ein (hypothetischer) Gentest feststellt, dass dieses homosexuell sein würde. Watson, ein Befürworter des Rechts auf Abtreibung, antwortete mit “Ja”. Der Telegraph, für den sollen und dürfen sollen keinen großen Unterschied macht, titelte “Abort babies with gay genes, says Nobel winner“.

Und jetzt also wieder James Watson. Den Rest des Beitrags lesen »

Es soll ja hin und wieder vorkommen, dass Aussagen von Wissenschaftlern, sobald sie erst zur Schlagzeile verkürzt sind, nicht nur entstellt, sondern sogar in ihr Gegenteil verkehrt werden. Ein hübsches Beispiel (mit Dank für den Hinweis an den sciblog) lieferte eben die Zeitung Österreich, die aus der Einschätzung des ZAMG-Klimatologen Ernest Rudel zum kommenden Winter,

“Die Saison könnte einen halben Grad über dem langjährigen Durchschnitt liegen. Es kann sogar sein, dass wir hin und wieder über das eher milde Wetter stöhnen werden”,

diese Cover-Schlagzeile bastelte:

Chef-Meteorologe sagt: Winter wird eiskalt

Aber bitte, das ist halt Österreich. In einer Qualitätszeitung könnte so etwas nicht passieren – oder doch? Den Rest des Beitrags lesen »

“Wissenschaft als Abstimmungsergebnis, das ist der Sieg des Irrationalen.” Also sprach Joachim Bublath, Leiter der ZDF-Wissenschaftsredaktion. Was war geschehen? Nun, Anfang September hatte sich Bublath erdreistet, in der ZDF-Sendung Die modernen Wunderheiler kritisch über Heilpraktiker und diverse Auswüchse der Alternativmedizin zu berichten. Unter anderem wurden in dieser Sendung auch einige weniger appetitliche Inhaltsstoffe homöopathischer Urtinkturen aufgezählt, siehe Titelzeile.

Wütende Anhänger der irrigerweise als “sanft” und “pflanzlich” geltenden Homöopathie stürmten daraufhin das online-Forum des ZDF. Der Bund Deutscher Heilpraktiker forderte seine Fans zu einer Spam-Attacke gegen Bublath auf, wie dieser nun in einem Focus-Artikel berichtet. Den Rest des Beitrags lesen »

Kritische Leser der Wissenschaftsseiten heimischer Medien (so diese überhaupt welche aufweisen) haben natürlich diese Faustregel im Hinterkopf: Eine Schlagzeile wie Formel für … gefunden ist ebenso wie Gen für … gefunden meist schlichter Unsinn, entsprungen der angeblichen Notwendigkeit, einen oft komplexen Sachverhalt in eine einstellige Anzahl von Worte zu verpacken.

ORF ON Science zeigte vorgestern, dass es Ausnahmen gibt. Die Schlagzeile Forscher finden Formel für unregelmäßige Zeitwörter beschreibt nämlich tatsächlich relativ gut, was ein Team um den in Harvard lehrenden Mathematiker und Auslandsösterreicher Martin Nowak geleistet hat. (“Formel für die Halbwertszeit unregelmäßiger Zeitwörter” wäre zutreffender, vermutlich aber schon zu lang gewesen.) Den Rest des Beitrags lesen »

Das denkt zumindest das Volk, glaubt man einer Umfrage im Auftrag des Wissenschaftsministeriums.

Puhhh. Da tut Bildung in Sachen Science dringend Not, und die holt man sich am besten bei den Science Busters. (Die geschätzten Kollegen sind zu bescheiden um hier selbst für ihre Veranstaltung zu werben… Aber ich bitt’ euch, keine Ursache, nein-nein, gern geschehen!)

Offensichtlich zieht dieses Blog auch wortgewaltige Kritiker an; folgende E-mail fand sich neulich ein:

ihr herumgrabler-weblog mmit 400 zugriffen insgesamt (!) – super – ist ja überhaupt das beste: “kritisch gedacht” als anonyme sekten-website wildgewordenen taliban von “wissenschaft” ohne distanz zum allerheiligen betrieb der konrad-lorenz- bzw. hans hass-bartträger und graselzupfer. ohne impressum, sehr seriös. das weblog zur förderung der priesterherrschaft der vorne und hinten pragmatisierten realitätsverweigerer in universitätskammerln. fun.
mfg

Wir bedanken uns beim Leser red.rooster@gmx.at

Das Impressum findet man übrigens bei Click auf “Gesellschaft für kritisches Denken”.

In weiteren Neuigkeiten: Molekularbiologe aus der Impfstoff-Forschung sucht pragmatisierte Stelle im Unibetrieb. Bei Interesse bitte melden unter kritischgedacht@gmx.net

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