„Wissenschaft als Abstimmungsergebnis, das ist der Sieg des Irrationalen.“ Also sprach Joachim Bublath, Leiter der ZDF-Wissenschaftsredaktion. Was war geschehen? Nun, Anfang September hatte sich Bublath erdreistet, in der ZDF-Sendung Die modernen Wunderheiler kritisch über Heilpraktiker und diverse Auswüchse der Alternativmedizin zu berichten. Unter anderem wurden in dieser Sendung auch einige weniger appetitliche Inhaltsstoffe homöopathischer Urtinkturen aufgezählt, siehe Titelzeile.

Wütende Anhänger der irrigerweise als „sanft“ und „pflanzlich“ geltenden Homöopathie stürmten daraufhin das online-Forum des ZDF. Der Bund Deutscher Heilpraktiker forderte seine Fans zu einer Spam-Attacke gegen Bublath auf, wie dieser nun in einem Focus-Artikel berichtet. Auch der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte reagierte wenig „sanft“ zuerst mit einer weinerlichen Presseaussendung und schickte dann den Anwalt hinterher. Moniert wurde mangels substanziellerer Angriffspunkte die in der Sendung getätigte Behauptung „In keiner wissenschaftlichen Studie waren die homöopathischen Mittel wirksamer als die Placebos.“ Das ist in der Tat falsch. Viele Studien weisen homöopathische Mittel als überlegen gegenüber Placebos aus. Besonders die kleinen, schlecht designten Studien übrigens. Das ZDF jedenfalls zog den Schwanz ein und löschte die Seite zur Sendung aus dem Netz.

Ähnlich erging es kürzlich einem Blogger, der auf dem Quackometer-Blog über eine der dümmsten und zugleich gefährlichsten Behauptungen mancher Homöopathen, nämlich dass Malaria mittels Globuli heilbar wäre, berichtet hatte. Der Beitrag unter dem treffenden Titel The Gentle Art of Homeopathic Killing wurde nach einer Klagsdrohung der Society of Homeopaths vom Provider aus dem Netz genommen. Mit wenig Erfolg übrigens: Innerhalb weniger Tage nach Bekanntwerden dieses Aktes der Zensur wurden Kopien des Beitrags auf dutzenden von kritischen Webseiten eingestellt, berichtet der selbst schon von Zensur betroffen gewesene David Colquhoun auf seinem Improbable Science Blog.