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Eine Sensation: Die Stiftung Warentest wollte ein Buch herausgeben mit kritischer Analyse und Bewertung von Natur- und Alternativmedizin. Begeistert hat die Zeitschrift Stern die Chance für eine Vorveröffentlichung aufgegriffen: Krista Federspiel, eine der beiden Autorinnen, und ihr Kollege Hans Weiss boten an, eine Wallraffiade durch diese Szene zu unternehmen und sich von je zehn Naturheilern eine Diagnose erstellen zu lassen. Der Stern garantierte eine großzügige Bezahlung für die Reportage und forderte einen zweiten Teil an, in dem von Alternativmethoden Geschädigte namentlich vorgestellt werden sollten. Zum Nachweis, dass wir Journalisten tatsächlich bei den angegebenen Naturheilern waren, kam jedes Mal ein Fotograf mit und hielt das Geschehen fest.

Die eigene Haut zu Markte zu tragen war so belastend, dass wir uns den Druck in anschließenden Gesprächen von der Seele reden mussten. Jeder Heiler dichtete uns mehrere Krankheiten an: Insgesamt wurden uns 38 Krankheiten sowie eine Unzahl von Störungen und Allergien attestiert und mehr als 130 Medikamente verschrieben. Als die Reportage „Wunderheiler und Krankbeter“ im Stern 49/1991 zu lesen war, löste die darin erhobene Kritik so viel Empörung und massive Heilpraktikerproteste aus, dass die Redaktion aus Angst vor Leserverlust die Veröffentlichung des zweiten Teiles scheute. Sie legte ihn wochenlang auf Eis und sagte schließlich ganz ab. Man zahlte und gab die Rechte an die Autoren zurück. So kann der Bericht hier – aktualisiert – erscheinen. Die Namen der Betroffenen sind verändert. Den Rest des Beitrags lesen »

Eigentlich heißt er ja Thomas Morgenstern, aber der junge Mann, der seit seiner phänomenalen Erfolge im Skispringen zum Liebling der Nation aufgestiegen ist, hat von den Medien den Kosenamen “Morgi” erhalten. Na gut, dann also Morgi. Was das Geheimnis seines Erfolges ist, verriet Morgi am Freitag dem Kurier:

Neben der harten körperlichen Vorbereitung setzt Morgenstern auch auf ein “Geheimmittel”. Seit seiner Gürtelrosen-Erkrankung vor der WM im heurigen Februar trägt der 21-Jährige eine Halskette mit “Bio-Computer” (Atox). Er habe bei der WM in Sapporo Bronze und Team-Gold gewonnen, obwohl er zwei Wochen zuvor noch krank im Bett gelegen sei. “Von da an war das ein sehr wichtiger Teil von mir, ich bin ausgeglichener und habe noch mehr Gespür.” Morgenstern glaubt an die Wirkung (“Es gibt Dinge, die man nicht erklären kann”) und sieht es in seiner Erfolgsgeschichte als einen Aspekt vom Ganzen.

Und hier können Sie sehen, wie Morgi seinen Bio-Computer auf Zerstörungsresistenz testet:

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“Auch Ihr vierbeiniger Liebling hat ein wenig Luxus verdient.”

Als wäre nicht schon dieser Slogan allein zum Kotzen (in Zeiten, wo immer mehr Menschen an und unter der Armutsgrenze leben) – die neue Hunde- und Katzen-Boutique “Inoco” in der Schwarzspanierstraße im 9. Wiener Bezirk bietet mehr als nur den üblichen, unanständigen Luxus für Tierbesitzer, die nicht wissen, wohin mit ihrem Geld:

“Inoco bietet in einem eigens eingerichteten Wellnessraum verschiedene Alternativtherapien für Hunde, Katzen und auch andere Kleintiere an. “

  • Vitalfeldtherapie
  • Reiki
  • Cranio Sacrale Impulsregulation
  • Bachblüten, Essenzen
  • Farbtherapie
  • Kristalltherapie

Diese Therapien kann man getrost als “esoterischer Unsinn” zusammenfassen. Sie sind nämlich garantiert für die Katz.

Ein Gutes hat das Ganze: Hysterische Hunde- und Katzenmuttis, die vielfach wohl eigentlich selbst eine Psychotherapie bräuchten, können nun sich selbst und ihre vierbeinigen Lieblinge mithilfe der Aberglaubensmedizin beruhigen – und entnervte Tierärzte können aufatmen…

Der neue Skeptiker ist da, und wenn Sie durch diesen Artikel über die Pendler der ASFINAG Appetit auf mehr bekommen haben, dann finden Sie dort die ausführliche Version, ergänzt durch einige andere heimische Schmankerl.

Damit Sie aber nicht glauben, dass nur in Österreich Esoteriker in so manchen Behörden sitzen, sei hier auch auf Klaus Kecks Bericht hingewiesen. Dort finden Sie die abenteuerliche Schilderung einer Studie, die das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bei drei Pseudowissenschaftlern in Auftrag gegeben hat. Stichwort: Raumenergie für Entwicklungsländer. Zum Gruseln!

Wilhelm Mohorn ist ja hierzulande eigentlich deshalb bekannt, weil er das sogenannte Aquapol-Gerät erfunden hat, dessen “Wirkprinzip” nach einem Nobelpreis schreit. Das Ding sieht aus wie ein postmoderner Kronleuchter, allerdings besitzt es keinen Stromanschluss und leuchtet auch nicht. Dafür trocknet es feuchte Mauern, meint Mohorn, und das bestätigt natürlich auch sein Haus-und-Hof-Pseudowissenschaftler.

Aber bevor wir uns jetzt in die Untiefen des Themas Voodoo-Technik made in Austria stürzen, machen wir einen abrupten Schwenk und wundern uns darüber, dass laut dieser Presseaussendung Mohorn sich jetzt plötzlich für die Menschenrechte stark macht. Und damit meint er nicht etwa das Recht, von lästigen Nörglern und Kritikern in Ruhe gelassen zu werden. Nein, in seinem Reichenauer Waldschlössl veranstaltete Mohorn eine echte Benefizgala, in deren Mittelpunkt die Organisation Jugend für Menschenrechte stand.

Laut einem Interview auf seiner Webseite ist Mohorn besonders das Menschenrecht Nr. 29, “das Recht zu wissen” ein Anliegen. Ein solches existiert zwar nicht, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein. Was könnte Mohorn damit genau gemeint haben? Wir werden aufgeklärt: Den Rest des Beitrags lesen »

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