Wie Sie die Verbreitung modernen Aberglaubens finanziell fördern können, wissen Sie ja bereits: Durch den Kauf einer Autobahnvignette. Ein Teil Ihres Geldes geht an die Pendler und Rutengeher der ASFINAG. Wir haben darauf hingewiesen.

Jetzt gibt es eine neue Variante: Wenn am Sonntag die Sternsinger kommen, spenden Sie!

Zu Erklärung: Die Dreikönigsaktion der katholischen Jungschar unterstützt jedes Jahr ausgewählte Hilfsprojekte. Dieses Jahr etwa geht ein Teil der Spendeneinnahmen an das IRPAA, ein Institut des Österreichers Harald Schistek, das brasilianischen Kleinbauern dabei hilft, ihre Landwirtschaft an die Trockenheit anzupassen. Sehr lobenswert! Was genau da unternommen wird, ist hier dokumentiert.

Ein Teilprojekt fehlt allerdings in dieser Beschreibung. Wie der Kurier am 25. Dezember berichtete (Danke an einen aufmerksamen Leser für den Hinweis, der Artikel ist leider nicht online zugänglich), ist die Bayerin Maria Oberhofer unter anderem damit beschäftigt, unterirdische Wasservorkommen zu finden. Die Methode, die das IRPAA auch verschämt als „Hydroästhesie“ bezeichnet, ist die Wünschelrutengeherei. Diese ist leider Humbug. Frau Oberhofer glaubt trotzdem daran. In eigens eingerichteten Kursen hat sie bereits 130 Kleinbauern zu Wünschelrutengängern ausgebildet. Die sollen jetzt wie sie selbst mit der Rute Wasser orten können. Nicht nur den genauen Ort, sondern auch die Menge, die genaue Tiefe, ob süß oder salzig, ob Trinkwasser oder nicht. Die üblichen Mirakel eben… Schade um die verschwendete Zeit und schade um die Ressourcen, die für Unbildung statt für Bildung eingesetzt werden.

Allerdings: So betrüblich dieses Teilprojekt ist, es ist nur ein kleiner Bestandteil der Leistungen, und alle anderen Projekte des IRPAA machen einen sehr vernünftigen und wertvollen Eindruck. Also: Wenn am Sonntag die Sternsinger kommen, dann spenden Sie!