Ilmar Tessmann is back! Aber beginnen wir mit einer kleinen Rückblende. Die ASFINAG, das hat sich auch dank eines Wikipedia-Artikels ein wenig herumgesprochen, schickte jahrelang Wünschelrutengeher aus, um „unerklärliche“ Unfallhäufungspunkte auf Österreichs Autobahnen zu „entstören“. Wir haben auf diesen Beitrag der Autobahngesellschaft zur Volksverblödung letztes Jahr bereits hingewiesen und ihm ein wenig Aufmerksamkeit gewidmet, etwa hier oder hier.

Bekanntlich wurde der gesamte ASFINAG Vorstand im Vorjahr unter medialem Getöse in den Ruhestand verabschiedet. Nicht wegen seines Einsatzes zur Förderung des Aberglaubens mittels Mautgebühren, sondern weil eben wieder einmal eine routinemäßige parteipolitische Umfärbung fällig war. Der neue Vorstand, so wurde mir zugetragen, will mit der peinlichen Pendlerei nichts zu tun haben und hat diese beendet. Die Seite, auf der die ASFINAG ihre „esoterischen Maßnahmen“ erläutert, steht allerdings immer noch im Netz.

Um die beiden ehemaligen Pendelprofis der ASFINAG müssen wir uns keine Sorgen machen. Gerhard Pirchl ist sicher noch lange mit der Erforschung seines Raetiastein-GPS beschäftigt, und Ilmar Tessmann, so entnahmen wir letzte Woche den Niederösterreichischen Nachrichten, pendelt wieder. Diesmal sind es gefährliche Bahnübergänge, auf denen er die Erdstrahlen verscheucht. Wie immer hat er böse Störfelder gemutet, schlimmer noch: „Störfeldkreuzungen“. Und natürlich stehen auch diese unnötigen Handymasten in der Gegend rum, die bekanntlich Erdstrahlen verstärken. Tessmann legt Wert darauf, dass er mit seiner Tätigkeit offiziell beauftragt wurde – und zwar von der niederösterreichischen Landesregierung.

In Vorwahlzeiten tut eben auch die Landesregierung von NÖ was sie kann, um das gesteigerte Bedürfnis ihrer Untertanen nach Sicherheit einerseits und nach esoterischem Voodoo andererseits zu befriedigen. Wie schön, wenn das gleich in einem Aufwasch gelingt.