Eigentlich bin ich ja ein bescheidener Mensch. Aber, bitte, das muss ich jetzt einfach einmal der ganzen Welt mitteilen: Ich bin sowas von gut!!!

Eigenlob stinkt, heißt es. Jaja, weiß ich. Aber schau’n Sie, das ist jetzt kein Eigenlob, das ist echtes Fremdlob, noch dazu aus UK. Und aus USA! Aber jetzt einmal von vorne:

Im Oktober 2007 schreibt mir Nicholas S. Law, der Director General des International Biographical Centre (IBC), Cambridge, UK. Er gratuliert mir. Als noted and eminent professional in the field of education, so schreibt er, wurde mir die Ehre zuteil, zum Mitglied der TOP 100 EDUCATORS 2008 ernannt zu werden. Ich könne, so versichert er mir, assured of [my] place in our history sein. Und the international community offers its respect and gratitude to you – one who is a light to us all.

Mir wird ganz warm ums Herz. Es ist ja wirklich wahr – jahrelang strengt man sich an im Hörsaal, bemüht sich, gibt sein Bestes, schreibt mit Herzblut an die Tafel, opfert sich auf zum Wohle der zukünftigen Bildungselite. Und was ist der Lohn? Ein paar lumpige Euro Lehrzulage und am Semesterende eine Evaluation, in der die eine Hälfte der Studierenden sagt, man solle schneller sprechen und die andere Hälfte, man spräche zu schnell. Und plötzlich, ganz unerwartet, kommt dann doch endlich der längst verdiente Dank dafür. Top 100 Educator 2008. Das tut so gut. Die Worte des Director General klingen mir im Ohr.

Keine zwei Monate später – meine Brust ist immer noch stolzgeschwellt – kommt ein Brief vom American Biographical Institute (ABI) in Raleigh, North Carolina, USA. Herr J. M. Evans, der Präsident des Instituts, benutzt die Worte true champion, effort toward bettering the society und deserved recognition. Ich nicke leise lächelnd beim Lesen der Zeilen, fühle mich angesprochen, wiedererkannt. Ja, der auszehrende Kampf gegen die Pseudowissenschaft, gegen Dummheit und Beutelschneider, zur nachhaltigen Besserung der Gesellschaft, er wird am Ende doch belohnt. Das ABI hat mich ausgewählt als Empfänger der GOLD MEDAL FOR AUSTRIA. Gold Medal! Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich bereits am Wiener Opernball flanieren, die Goldmedaille gut sichtbar am Frack platziert, ich spüre die bewundernden Blicke der Damen, die neidischen Blicke der Herren… Ein gutes Gefühl.

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Anscheinend hat sich langsam herumgesprochen, wer ich bin und was ich kann. Im Februar flattert ein Brief von Marquis Who’s Who ins Büro. Karen Chassie, Managing Editor, hat ihn unterschrieben. Sie möchten meine Biographie haben, für die 2009er Ausgabe von Who’s Who in the World. Das überrascht mich nicht. Ehre, wem Ehre gebührt. Meinen CV können die haben. Die Welt soll ruhig wissen, wer wer in ihr ist.

Wenige Wochen später meldet sich die United Cultural Convention (UCC) brieflich. Die kooperiert mit dem ABI, von denen haben sie wohl über meine herauragenden Leistungen gehört. Man möchte mir den INTERNATIONAL PEACE PRIZE FOR 2008 verleihen. Zu Recht, möchte ich hinzufügen, der Weltfrieden war mir stets ein Anliegen!

Im April 2008 legt das American Biographical Institute nocheinmal nach. Die Jury hat nun auch meine wissenschaftlichen Leistungen einer strengen Prüfung unterzogen. Das Resultat war vorhersehbar: Aufgrund meiner outstanding contributions to science wurde ich auserwählt, die Auszeichnung MAN OF THE YEAR IN SCIENCE für 2008 zu erhalten. Etwas verwöhnt bin ich ja bereits, doch diese Ehrung macht mich schon ein klein wenig stolz, ich gebe es zu.

Schön ist das, wenn einem die Anerkennung zuteil wird, die man verdient. Und doch, ein kleiner Wermutstropfen bleibt zurück. Diese Urkunden, Medaillen, Zertifikate, sie sind aufwendig geprägt, in echtes Leder gebunden und hinter kratzfestem Glas gerahmt. Die Herstellung ist teuer, die verleihenden Institutionen können die Kosten beim besten Willen nicht alleine tragen. Einen symbolischen Kostenbeitrag sollte man bei all diesen Ehrungen doch übernehmen können. Die Top 100 Educators Medaille samt Zertifikat etwa käme auf $895, die Gold Medal for Austria würde mich $295 kosten, wenn ich rechtzeitig bestelle, sonst $395. Die Eintragung in Who’s Who in the World dagegen ist tatsächlich gratis. Nur wenn man den dicken Band auch den Kollegen zeigen will, dann muss man ihn bestellen. Die Classic Edition um nur $347 statt $590 oder gleich die personalisierte Deluxe Edition um schlappe $387 statt $615. Die Friedenspreis-Urkunde wird laminiert und hübsch eingepackt, wenn man die einmaligen Bearbeitungsgebühren von $295 locker macht. Genau gleich viel wäre auch für die Man of the Year in Science Urkunde abzulegen. Ich muss mir das noch überlegen…

Außerdem: Es gibt immer Neider, die alles schlecht machen wollen. Sie pfuschen in der Wikipedia herum, um dort ehrwürdige und renommierte Institute wie das IBC oder das ABI anzuschwärzen. Sie schleichen sich in Redaktionen ein und tippen Schmähungen gegen das ehrwürdige Marquis Who’s Who. Oder sie behaupten dreist, es sei sowieso alles nur Geschäftemacherei. Aber wen kümmert das schon? Verdient ist schließlich verdient! Wenn ich das nächste Mal einen Leserbrief an die Zeitung schreibe, dann kommen meine Auszeichnungen in die Unterschrift, soll ruhig jeder wissen! Und auf den Opernball geh ich auch noch, irgendwann. Bestimmt!