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KURZE VERSION FÜR INSIDER:

Frage: Wieviele Wissenschaftler, die an das Wassergedächtnis glauben, tragen beim heutigen “Fortbildungsabend” Water-Information-Meeting-Vienna für Apotheker und Homöopathen vor?

Antwort: Alle beide.

LANGE VERSION FÜR OUTSIDER:

Es ist ja im Prinzip ganz einfach: Nehmen Sie einen Eiswürfel und ritzen Sie Ihren Namen in die Oberfläche. Dann legen Sie ihn zurück ins Eisfach. Am nächsten Tag ist Ihr Name immer noch lesbar. Das beweist: Wasser hat ein Gedächtnis – es kann Information speichern. Wenn es gefroren ist. Probieren Sie jetzt dasselbe mit Wasser bei Zimmertemperatur. Sie werden feststellen: Nichts zu machen, kein Name im Wasser lesbar. Keine Überraschung, denken Sie jetzt vielleicht, das ist wohl der Grund warum Festplatten fest sind und nicht flüssig. Überraschung: Es gibt Menschen, die ernsthaft glauben, Wasser habe ein Gedächtnis. Die überwiegende Mehrzahl von Ihnen sind Homöopathen. Den Rest des Beitrags lesen »

Die letzten Vertreter der mächtigen Mastodonten, Vorfahren des Elefanten, starben vor etwa 10.000 Jahren aus; nun steht in Texas ein auf 40.000 Jahre geschätzter Mastodon Schädel zur Versteigerung. Was die Geschichte interessant macht, ist, dass sein Verkäufer, Joe Taylor vom Mt. Blanco Fossil Museum Young-earth Kreationist ist und daher glaubt, die Erde wäre zwischen 6000 und 9000 Jahren alt (zu dieser Zeit war die Domestizierung des Hundes bereits in vollem Gange). Finanzielle Probleme trieben den Besitzer dieses Schöpfungsmuseums dazu, das teuerste Stück seiner Fossiliensammlung abzustoßen.

Falls Sie Interesse an einem Mastodonschädel haben, zögern Sie nicht Mr. Taylor und sein Museum zu kontaktieren. Bitte nehmen Sie aber davon Abstand, über das genaue Alter des Schädels zu diskutieren, denn wie jeder gute Kreationst weiß, sind Methoden zur Altersbestimmung von Fossilien böse und fehlerhaft.

Wie Sie die Verbreitung modernen Aberglaubens finanziell fördern können, wissen Sie ja bereits: Durch den Kauf einer Autobahnvignette. Ein Teil Ihres Geldes geht an die Pendler und Rutengeher der ASFINAG. Wir haben darauf hingewiesen.

Jetzt gibt es eine neue Variante: Wenn am Sonntag die Sternsinger kommen, spenden Sie! Den Rest des Beitrags lesen »

Eigentlich heißt er ja Thomas Morgenstern, aber der junge Mann, der seit seiner phänomenalen Erfolge im Skispringen zum Liebling der Nation aufgestiegen ist, hat von den Medien den Kosenamen “Morgi” erhalten. Na gut, dann also Morgi. Was das Geheimnis seines Erfolges ist, verriet Morgi am Freitag dem Kurier:

Neben der harten körperlichen Vorbereitung setzt Morgenstern auch auf ein “Geheimmittel”. Seit seiner Gürtelrosen-Erkrankung vor der WM im heurigen Februar trägt der 21-Jährige eine Halskette mit “Bio-Computer” (Atox). Er habe bei der WM in Sapporo Bronze und Team-Gold gewonnen, obwohl er zwei Wochen zuvor noch krank im Bett gelegen sei. “Von da an war das ein sehr wichtiger Teil von mir, ich bin ausgeglichener und habe noch mehr Gespür.” Morgenstern glaubt an die Wirkung (“Es gibt Dinge, die man nicht erklären kann”) und sieht es in seiner Erfolgsgeschichte als einen Aspekt vom Ganzen.

Und hier können Sie sehen, wie Morgi seinen Bio-Computer auf Zerstörungsresistenz testet:

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Der neue Skeptiker ist da, und wenn Sie durch diesen Artikel über die Pendler der ASFINAG Appetit auf mehr bekommen haben, dann finden Sie dort die ausführliche Version, ergänzt durch einige andere heimische Schmankerl.

Damit Sie aber nicht glauben, dass nur in Österreich Esoteriker in so manchen Behörden sitzen, sei hier auch auf Klaus Kecks Bericht hingewiesen. Dort finden Sie die abenteuerliche Schilderung einer Studie, die das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bei drei Pseudowissenschaftlern in Auftrag gegeben hat. Stichwort: Raumenergie für Entwicklungsländer. Zum Gruseln!

Wilhelm Mohorn ist ja hierzulande eigentlich deshalb bekannt, weil er das sogenannte Aquapol-Gerät erfunden hat, dessen “Wirkprinzip” nach einem Nobelpreis schreit. Das Ding sieht aus wie ein postmoderner Kronleuchter, allerdings besitzt es keinen Stromanschluss und leuchtet auch nicht. Dafür trocknet es feuchte Mauern, meint Mohorn, und das bestätigt natürlich auch sein Haus-und-Hof-Pseudowissenschaftler.

Aber bevor wir uns jetzt in die Untiefen des Themas Voodoo-Technik made in Austria stürzen, machen wir einen abrupten Schwenk und wundern uns darüber, dass laut dieser Presseaussendung Mohorn sich jetzt plötzlich für die Menschenrechte stark macht. Und damit meint er nicht etwa das Recht, von lästigen Nörglern und Kritikern in Ruhe gelassen zu werden. Nein, in seinem Reichenauer Waldschlössl veranstaltete Mohorn eine echte Benefizgala, in deren Mittelpunkt die Organisation Jugend für Menschenrechte stand.

Laut einem Interview auf seiner Webseite ist Mohorn besonders das Menschenrecht Nr. 29, “das Recht zu wissen” ein Anliegen. Ein solches existiert zwar nicht, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein. Was könnte Mohorn damit genau gemeint haben? Wir werden aufgeklärt: Den Rest des Beitrags lesen »

Sagen Ihnen die Namen Johannes Huber und Sepp Leodolter noch etwas? Jawohl, das sind jene beiden honorigen Ärzte, die durch den Skandal rund um die angebliche Krebswundertherapie per Stammzellen der Firma Cell Med eines Großteils ihrer Reputation verlustig gegangen sind. Während diese Geschichte hierzulande abgehakt ist, nimmt eine Variante davon in Deutschland gerade ihren Lauf.

Wie das Deutschlandradio unter dem Titel Das Geschäft mit der Hoffnung berichtet, hat in Köln kürzlich das Xcell-Center aufgesperrt, hinter dem eine niederländische Firma namens Cells4Health steht. Das Geschäftsmodell dürfte dasselbe sein wie in der Alternativmedizin: Kranken und verzweifelten Menschen mit leeren Versprechungen eine Menge Geld abknöpfen.

Und vor wenigen Tagen lag dem Standard hierzulande eine blutrote Jubelbroschüre bei, die unter dem Titel James Rapholz’s ECONOMIC ADVICE von einem angeblichen Durchbruch in der Stammzelltherapie schwärmt, der der Firma CellCyte Genetics gelungen sei. Den Rest des Beitrags lesen »

Von einem kuriosen Modellversuch berichtet heute die Mittelbayerische Zeitung: Ein Rutengängerkurs für Blinde. Auch blinde Menschen sollen dort lernen können, wie man Erdstrahlen aufspürt, die auf Wasseradern hindeuten. Warum das kurios ist, kann man erst nach einer kurzen Rekapitulation der Fakten wirklich würdigen. Die da wären:

1. Wasseradern gibt es nicht, außer in manchen Karstgebieten. Grundwasser fließt flächig. Das Gerede von unterirdischen Kanälen, in denen das Wasser dahinströmt wie Blut in einer Ader, ist ein Gerücht, das sich auch unter gebildeten Menschen hartnäckig hält.

2. Die Existenz von Erdstrahlen ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Deutlicher ausgedrückt, in den Worten des Geophysikers Prof. Erhard Wielandt von der Uni Stuttgart: Die Störzonen, in denen Erdstrahlen entstehen, befinden sich nicht in der Erde, sondern im Kopf. Zwar gibt es eine Menge Strahlen, die aus der Erde kommen, etwa in Form von Wärme oder natürlicher Bodenradioaktivität, aber diese meinen die Rutengänger ja nicht. Deren Erdstrahlen sind technisch nicht messbar, sie sind “feinstofflich”. (Was auf gut deutsch soviel heißt wie: Sie sind Quatsch.) Den Rest des Beitrags lesen »

Allerdings ist die Gefahr auch eher gering. Die Kleinstadt Dover in Pennsylvania, USA , wurde durch jenen Prozess berühmt, in dem Richter John E. Jones III dem lokalen School Board, das Kreationismus in Form von “Intelligent Design” durch die Hintertüre in den Biologieunterricht schmuggeln wollte, wörtlich breathtaking inanity (atemberaubende Dummheit) beschied.  In Bern (so etwas ähnliches wie die Hauptstadt der Schweiz) wiederum hat man kürzlich einen kreationistisch angehauchten Text für Volksschulen entdeckt, wie die NZZ berichtet. Zu einem Prozess wird es trotzdem nicht kommen – die inkriminierte Passage wird jetzt überarbeitet.

Ich bin Mitglied der Wiener Wirtschaftskammer. Mit meinem (Zwangs-) Mitgliedsbeitrag finanziere ich deren Service. Aber auch deren Angestellte. Und auch das WIFI (Wirtschaftsförderungsinstitut).

Das WIFI Wien bietet nun den Kurs “Ausbildung zum/zur Astrologen/-in” an. Wenn Sie das interessiert und Ihnen der Preis von 1.980,- EUR wohlfeil scheint, können sich online hier anmelden.

Absurd?

Nein: “Meine” Angestellte, Mag. Andrea Martinschitz, Institutsleiter-Stv. und Leiterin der Aus- und Weiterbildung am WIFI schreibt mir auf Anfrage folgendes: Den Rest des Beitrags lesen »

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