Unsere Stammleser haben es schon bemerkt: An dieser Stelle wurde schon länger nicht mehr über die Wiener U-Bahn-Zeitung Heute hergezogen. Früher gab’s ja regelmäßig was zu meckern, etwa hier oder hier. Nicht dass Heute inzwischen weniger unterirdisch geworden wäre, aber inzwischen lese ich das Blatt eben nur mehr in Notfällen. Vor einer Woche hatte ich das Vergnügen wieder. Mein Blick war auf den Aufmacher gefallen und vor meinem geistigen Auge entspann sich ein Dialog, der sich in der Chefredaktion der Gratiszeitung so oder so ähnlich abgespielt haben musste:

„Leute, wir brauchen eine knackige Titelschlagzeile für morgen, aber flott! Also, wer hat Ideen?“

„Irgendwas mit Sex?“

„Sex, hmmm… klingt nicht schlecht. O.k., Sex nehmen wir rein. Aber… naja, vielleicht tun wir was mit „Liebe“ dazu, sonst klingts gar so nach Schmuddelblatt. Gut, also Liebe & Sex. Aber was noch? Das muss ja in einem Kontrax… ähh Kommtex…, also in einem Zusammenhang stehen!“

„Politik? Vielleicht: Skandal – Gusenbauer…“

„Geh, bitte…!“

„Keine Politik, ja, verstehe. Was leichteres. Hmm… Astrologie?“

„Astrologie, sehr gut! Sterne! Spitzenidee! Hatten eh schon seit Tagen keine neue Studie! Also, auf geht’s: Liebe, Sex, Sterne, irgendwas. Los, los!“ Den Rest des Beitrags lesen »

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Die heutige Gewinnfrage lautet wie folgt:

Wo findet sich die folgende witzige Weisheit aus dem Bereich der Biologie?

Um ihre Aufgabe optimal erfüllen zu können, können sich nach Bedarf Viren, Bakterien und Pilze ineinander umwandeln.

a) Im Wissenschaftsteil der BILD-Zeitung.

b) Im Hausübungsheft eines eher im kreativen Bereich talentierten 14jährigen Schülers.

c) In einer Broschüre einer steirischen Ärztin.

(Ein kleiner Tipp zur Auflösung: Im Titel dieses Beitrags steckt ein Hinweis!)

Nun gut, als praktizierender Skeptiker ist man ja einiges gewohnt. Aber hin und wieder stolpert man über Dinge, die sind so absurd, dass man zuerst an Satire oder versteckte Kamera denkt und erst nach und nach begreift: Das ist ernst gemeint! Letzte Woche war es wieder einmal so weit, da erschien ein lesenswerter Artikel in der Wiener Zeitung. Er stammt aus der Feder von Christa Karas, unterstützt durch die Recherchen von DDr. Wolfgang Maurer, dem Impfexperten des AKH. Thema war die „eigenartige Sekte“ der organisierten „Impfgegner„.

Sie wissen schon, das sind jene Zeitgenossen und -innen, deren Lieblingswort „Pharmamafia“ ist, die ihre Kinder auf „Masernpartys“ schicken und die immer gleich von Dioxin, Formaldehyd und Autismus schwafeln, wenn der Onkel Doktor zur Spritze greifen will. Impfgegner rekrutieren sich vorwiegend aus halbgebildeten Eltern mit einem Hang zu dem, was sie als „ganzheitliche“ Medizin missverstehen, aber eben leider auch aus Personen, die einen Dr. med. univ. vor dem Namen tragen. Die Ärzte unter den Impfgegnern wiederum sind überdurchschnittlich häufig Homöopathen. Den Rest des Beitrags lesen »

Ilmar Tessmann is back! Aber beginnen wir mit einer kleinen Rückblende. Die ASFINAG, das hat sich auch dank eines Wikipedia-Artikels ein wenig herumgesprochen, schickte jahrelang Wünschelrutengeher aus, um „unerklärliche“ Unfallhäufungspunkte auf Österreichs Autobahnen zu „entstören“. Wir haben auf diesen Beitrag der Autobahngesellschaft zur Volksverblödung letztes Jahr bereits hingewiesen und ihm ein wenig Aufmerksamkeit gewidmet, etwa hier oder hier.

Bekanntlich wurde der gesamte ASFINAG Vorstand im Vorjahr unter medialem Getöse in den Ruhestand verabschiedet. Nicht wegen seines Einsatzes zur Förderung des Aberglaubens mittels Mautgebühren, sondern weil eben wieder einmal eine routinemäßige parteipolitische Umfärbung fällig war. Der neue Vorstand, so wurde mir zugetragen, will mit der peinlichen Pendlerei nichts zu tun haben und hat diese beendet. Die Seite, auf der die ASFINAG ihre „esoterischen Maßnahmen“ erläutert, steht allerdings immer noch im Netz.

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Der Kabarettist Michael Niavarani (Foto) kommentierte heute in der Sendung „Was gibt es Neues?“ (ORF 1) eines der dort verteilten Goodies, ein „Mondphasen-Buch“, mit den Worten

„Bitte nicht diesen esoterischen Scheiß!“

Schöner, kürzer, treffender kann man es nicht sagen. Danke.

Informationen zum Thema „Beeinflusst uns der Mond?“

Können Sie sich noch an Ihre Kindheit erinnern? Immer wenn Sie mit Ihren Freunden spielten, gab es da dieses eine unheimliche Kind, das immer dabei sein wollte, welches aber niemand leiden konnte, sei es wegen seines Verhaltens, seiner Körperhygiene oder anderer unsozialer Eigenschaften. Oft rächen sich diese armen Geschöpfe, indem sie versuchen, die Spiele der anderen Kinder zu kopieren. Das kann jedoch mitunter fragwürdige Auswüchse annehmen…

Dieses bekannte Foto wurde bei der 5. Solvay Konferenz 1927 aufgenommen und zeigt das Who-is-Who des damals brandheißen Themas Quantenmechanik, 17 der 22 Personen auf diesem Fotos sind Nobelpreisträger.

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Steve Fuller ist Professor für „social epistemology“, einer Spielart der „science and technology studies“.

Die Aussagen dieses Themengebiets können so beschrieben werden:

Typical claims in the area include, e.g., that physical objects can’t cause us to have beliefs, only other people can. So, roughly, if you’re standing next to a tree, you can’t come to believe that there’s a tree there unless another person comes along and exerts social pressure on you to believe that there’s a tree there. Trees can’t cause beliefs about trees, but peer pressure can

 

Fuller erlangte 2005 zweifelhafte Bekanntheit, als er im Musterprozess gegen den Schulunterricht von Intelligent Design (ID) Kreationismus in Harrisburg, Pennsylvania als Zeuge der Verteidigung aussagte. Ein doch bekannter Wissenschaftssoziologe auf der Seite der ID-Kreationisten. Wie kann das sein? Den Rest des Beitrags lesen »

 

Louis Markos ist Professor für englische Literatur an der Houston Baptist University und evangelikaler Christ. Markos

Ein Fachgebiet ist der Autor C.S. Lewis, der nicht nur als Schöpfer der Fantasyserie „Die Chroniken von Narnia“ (der Fan des Genres greift aus qualitativen Gründen eher zu Tolkien als zu Lewis) bekannt ist, sondern auch als profilierter christlicher Apologet. Besonders Lewis Werk „Mere Christianity“ findet bei Evangelikalen weltweit große Beachtung und wird von vielen als der Zugang zum christlichen Glauben schlechthin angsehen (hier sollte angemerkt werden, dass ‚Mere Christianity‘ eher dazu gedacht ist, Christen unterschiedlicher Konfessionen zu einen. Auf Ungläubige wirkt Lewis Argumentation so umwerfend und überzeugend wie die des nächst besten Predigers).

Markos Meinung nach stellten die Vordenker der Moderne – Freud, Marx, Darwin, Nietzsche – den Logozentrismus der Vormoderne auf den Kopf: Nicht mehr das Bewusste „Normale“, sondern das Unbewusste, „Neurotische“ stehe nun im Vordergrund (Freud); nicht mehr die spirituelle Abstammung des Menschen von Gott, sondern die physische Entwicklung vom Tier zum Menschen (Darwin); nicht mehr der freie Wille, sondern das ökonomische Diktat (Marx). Den Rest des Beitrags lesen »

Der geplatzte Besuch vom Joseph Ratzinger an der römischen Universität „La Sapienzia“ schlug in den letzten Wochen hohe mediale Wellen. Professoren und Studenten protestierten gegen seinen Besuch mitunter aufgrund einer Aussage, die er 1990 tätigte. Damals noch in seiner Position als Großinquisitor, wollte er wissen, dass Galileos Prozess und Bestrafung 1633 durch den Vatikan gerecht gewesen wäre und dass seine Rehabilitierung durch Johannes Paul II als reiner Publicity Gag gedacht war.

Diese Idee allerdings stammte nicht von Ratzinger selber, sondern er zitierte hierbei den österreichischen Wissenschaftstheoretiker Paul Feyerabend, eine Gallionsfigur des postmodernen Relativismus…gerade die Strömung, welcher Ratzinger in mehreren Reden eine klare Absage erteilt hatte. Den Rest des Beitrags lesen »

KURZE VERSION FÜR INSIDER:

Frage: Wieviele Wissenschaftler, die an das Wassergedächtnis glauben, tragen beim heutigen „Fortbildungsabend“ Water-Information-Meeting-Vienna für Apotheker und Homöopathen vor?

Antwort: Alle beide.

LANGE VERSION FÜR OUTSIDER:

Es ist ja im Prinzip ganz einfach: Nehmen Sie einen Eiswürfel und ritzen Sie Ihren Namen in die Oberfläche. Dann legen Sie ihn zurück ins Eisfach. Am nächsten Tag ist Ihr Name immer noch lesbar. Das beweist: Wasser hat ein Gedächtnis – es kann Information speichern. Wenn es gefroren ist. Probieren Sie jetzt dasselbe mit Wasser bei Zimmertemperatur. Sie werden feststellen: Nichts zu machen, kein Name im Wasser lesbar. Keine Überraschung, denken Sie jetzt vielleicht, das ist wohl der Grund warum Festplatten fest sind und nicht flüssig. Überraschung: Es gibt Menschen, die ernsthaft glauben, Wasser habe ein Gedächtnis. Die überwiegende Mehrzahl von Ihnen sind Homöopathen. Den Rest des Beitrags lesen »

Die letzten Vertreter der mächtigen Mastodonten, Vorfahren des Elefanten, starben vor etwa 10.000 Jahren aus; nun steht in Texas ein auf 40.000 Jahre geschätzter Mastodon Schädel zur Versteigerung. Was die Geschichte interessant macht, ist, dass sein Verkäufer, Joe Taylor vom Mt. Blanco Fossil Museum Young-earth Kreationist ist und daher glaubt, die Erde wäre zwischen 6000 und 9000 Jahren alt (zu dieser Zeit war die Domestizierung des Hundes bereits in vollem Gange). Finanzielle Probleme trieben den Besitzer dieses Schöpfungsmuseums dazu, das teuerste Stück seiner Fossiliensammlung abzustoßen.

Falls Sie Interesse an einem Mastodonschädel haben, zögern Sie nicht Mr. Taylor und sein Museum zu kontaktieren. Bitte nehmen Sie aber davon Abstand, über das genaue Alter des Schädels zu diskutieren, denn wie jeder gute Kreationst weiß, sind Methoden zur Altersbestimmung von Fossilien böse und fehlerhaft.

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